Ohne Businessplan: Schnelles AUS bei Existenzgründungen

zuletzt aktualisiert am 31. Januar 2015 von Winfried Eitel


Flexibel-trotz-BusinessplanFalsche oder sogar fehlende Planung ist der häufigste Grund des Scheiterns bei Existenzgründungen. Rund 70% der Gründer unterschätzen ihren Finanzbedarf im Gründungsjahr.

Gründer müssen flexibel auf die Anforderungen des Marktes und auf die Wünsche ihrer Kunden reagieren. Ein zu starres Festhalten an den Bedingungen des Businessplans ist da hinderlich.

Sinnvoll ist es, von Anfang an mehrere Erfolgsszenarien im Businessplan und bei der Finanzplanung zu berücksichtigen. Der Businessplan soll nicht einengen, sondern dem Gründerteam zur Orientierung dienen. Best-Case- und Worst-Case-Szenarien zeigen die Leitplanken der Unternehmensentwicklung auf.

Für viele Gründer überraschend: auch ein besser als geplant verlaufender Start in die Selbständigkeit verursacht meist einen höheren Kapitalbedarf, beispielsweise durch Warenbestände oder durch Außenstände der Kunden.

Finanzieller Mehrbedarf ist in der Praxis eher die Regel

Durchschnittlich benötigen Existenzgründer mehr als das Doppelte der ursprünglich angesetzten Werte. Fast zwangsläufig geraten dann junge Unternehmen in existenzbedrohende Situationen. Ein verzögerter Zahlungseingang eines Kunden kann dann schon das Ende der Unternehmens einläuten.

Nicht überraschend: je geringer der Planwert angesetzt wird, desto größer ist später die Abweichung:
Unternehmer, die mit weniger als 25.000 EUR Kosten pro Jahr gerechnet hatten, benötigten dann später mehr als das Dreifache. Gründer mit einem Budget über 100.000 EUR haben tatsächlich etwa 65 % mehr Geld benötigt.

Personalplanung häufig mangelhaft

Unternehmen, die Mitarbeiter einstellen, werden besonders häufig vom Mehrbedarf überrascht: 172 % liegt der Bedarf durchschnittlich über Plan. Die Gründer haben offensichtlich Probleme mit der Bedarfs- und Kostenplanung für eigenes Personal. Auch die fehlende Flexibilität des Personaleinsatzes bereitet Kummer.

Das Scheitern beginnt bereits bei der Planung

Durch eine Unterdeckung und zu geringe Kapitalausstattung legen viele Gründer den Stolperstein für das Scheitern demnach bereits bei der Planung.

Geradezu fahrlässig erscheint es in diesem Zusammenhang, dass etwa 30 % der Gründer erst gar keinen Businessplan erstellen.

Von den gescheiterten Existenzgründern hatten nach aktuellen Studien etwa 70 % Probleme mit ihrer Finanzierung. Hier finden Sie eine Aufstellung der häufigsten Ursachen und Finanzierungsfehler  .

Herausforderung Businessplan: “Zahlenteil” schockt

Für viele Gründer ist die Er­stellung ihres Busi­ness­planes eine große Heraus­forderung.  Speziell der “Zahlenteil” sollte mit Kostenplanung, Umsatzplanung, Rohertrags­be­rech­nung, Liquiditäts­übersicht, Finan­zie­rungs­bedarf, Mindest­umsatz­be­rechnung etc. pro­fessio­nell ge­staltet sein. Die Banken er­warten eine in sich stimmige und realistische Dar­stellung der Zahlen.

Ein mangelhafter Businessplan reduziert die Chancen auf eine Krediterteilung praktisch gegen Null.

Auch die Gewährung des Gründungszuschusses wird bei Vorlage eines fehlerhaften Businessplans verweigert.

Lassen Sie es nicht so weit kommen, sondern lassen Sie sich   v o r   der Abgabe Ihres Businessplanes beraten.

Quelle: KfW Pressemitteilung vom 30.12.2014

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Winfried Eitel

Betriebswirtschaftliche Beratung und Dienstleistung bei amortisat' e.K.
Veröffentlicht in Businessplan, Finanzierung, Gründercoaching Getagged mit: , ,
3 Kommentare zu “Ohne Businessplan: Schnelles AUS bei Existenzgründungen
  1. Existenzgründer-Beratung sagt:

    Hallo Herr Eitel,
    stimmt ge­nau. In Rheinland-Pfalz gibt auch ein ent­spre­chen­des Programm der KFW in der “Vorgründungsphase”, dort wer­den dann 4.800€ mit 50% ge­för­dert. Und ja, Sie ha­ben Recht – so­wohl bei der Vorgründungsberatung wie auch Gründercoaching Deutschland darf mit den Beratungsmaßnahmen erst be­gon­nen wer­den, wenn die Maßnahmen ge­neh­migt wur­den.

  2. Vielen Dank für Ihren Hinweis.
    Allerdings setzt die Förderung der KfW, das “Gründercoaching Deutschland – GCD” erst nach der Gründung an. Da soll­te der Businessplan ei­gent­lich schon ste­hen.
    Die von ei­ni­gen Beratern ge­leb­te Praxis, die Beratungen vor der Gründung über das GCD ab­zu­rech­nen, ist streng ge­nom­men Fördermittelbetrug. Also Vorsicht bei sol­chen Angeboten!
    Besser sind Programme, die ex­tra für Vorgründungsberatungen auf­ge­legt sind. In NRW bei­spiels­wei­se das “Beratungsprogramm Wirtschaft”, das über die zu­stän­di­ge IHK be­an­tragt wer­den kann.

  3. Existenzgründer Beratung sagt:

    Ein pro­fes­sio­nel­ler Businessplan ist wirk­lich sehr wich­tig. Am bes­ten man holt sich Hilfe von ei­nem Berater der durch die KFW au­to­ri­siert wur­de. Dann wird die Beratung ge­för­dert.

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