Working Capital Management

zuletzt aktualisiert am 18. Juni 2014 von Winfried Eitel

Working Capital ManagementDie Unternehmensfinanzierung wird in vie­len Branchen zu­neh­mend zum Engpassfaktor. Beispielsweise ver­län­gert sich in der Mode-Branche  bei zu­neh­men­dem Anteil ver­ti­ka­ler Geschäftsmodelle wie Depot und Concessions der Finanzierungszeitraum für die Fashion-Lieferanten zum Teil er­heb­lich. Der sich hier­aus er­ge­ben­de Liquiditätsbedarf wird  in der Praxis oft un­ter­schätzt oder zu spät in die Überlegungen (und Vertragsverhandlungen) ein­be­zo­gen.

Working Capital

Das Working Capital Management be­schäf­tigt sich mit der Optimierung und der ef­fi­zi­en­ten Steuerung des kurz­fris­ti­gen Finanzierungsbedarfs ei­nes Unternehmens. Ziel ist es, das ge­bun­de­ne Kapital (WC=working ca­pi­tal) – und da­mit den Finanzbedarf und die Zinsbelastung – im Unternehmen mög­lichst ge­ring zu hal­ten.

Die drei wich­tigs­ten Stellgrößen sind hier­bei:

Bilanzposition Kennzahl
     Waren- und Materialbestände      DIO    = days in­ven­to­ry out­stan­ding
(Ø-Lagerdauer)
+ vor­zu­fi­nan­zie­ren­de Forderungen +   DSO   = days sa­les out­stan­ding
(Ø-Zahlungsziel der Kunden)
–  Lieferantenkredite –    DPO   = days paya­ble out­stan­ding
(Ø-Zahlungsziel bei Lieferanten)
= (net) working ca­pi­tal  = DWO   = days working ca­pi­tal

Der Finanzierungsbedarf er­gibt sich aus der Summe der vor­han­de­nen Vorräte und der of­fe­nen Forderungen an Kunden. Als Entlastung die­nen die ei­ge­nen Lieferantenkredite.

Auf ei­ne Formel ge­bracht be­deu­tet dies für das ge­bun­de­ne Kapital:

(net) working ca­pi­tal = Vorräte + Debitoren – Kreditoren

 

Netto-Finanzierungdauer

Für ei­ne Kapitalbedarfsrechnung ist ne­ben den zu fi­nan­zie­ren­den Beträgen auch der Gesamtzahlungszyklus (Cash Conversion Cycle) re­le­vant. Der Cash-Cycle gibt an, über wie vie­le Tage die Bestände und Forderungen fi­nan­ziert wer­den müs­sen, bis sie dem Unternehmen wie­der als Liquidität zur Verfügung ste­hen.

Das Kürzel DSO für “Days Sales Outstanding”, steht da­bei für das  durch­schnitt­li­che Zahlungsziel, wel­ches von den Kunden in Anspruch ge­nom­men wird. DIO für „Days Inventory Outstanding“ gibt die durch­schnitt­li­che Lagerdauer der Vorräte wie­der. Dementsprechend be­zeich­net DPO („Days Payabel Outstanding“) das von uns bei un­se­ren Lieferanten in Anspruch ge­nom­me­ne Zahlungsziel.

Diese drei Kennzahlen er­ge­ben zu­sam­men­ge­rech­net die Netto-Finanzierungsdauer („Net Cash Cycle“):

Net Cash Cycle: DIO + DSO – DPO.

Working Capital Ratio

Eine wei­te­re Kennzahl zur Beurteilung der fi­nan­zi­el­len Stabilität ei­nes Unternehmens ist die „Working Capital Ratio“. Damit ist der Anteil des Working Capitals am Jahresumsatz ge­meint.

Working Capital Ratio = Working Capital / Jahresumsatz *100

In ei­ner kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Working-Capital-Studie (http://tinyurl.com/oj8uv4x) hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC für Europäische Unternehmen ei­nen Mittelwert von 19,0 % er­mit­telt. Die Working-Capital-Ration ist sehr stark von der Branche ab­hän­gig und liegt zwi­schen 6 % bei Öl und Gas und 31 % bei Pharmazeutika. Für Konsumgüter wur­den 22 % er­mit­telt.

Maßnahmen im Rahmen des Working Capital Managements

Als er­folgs­ver­spre­chen­de Maßnahmen zur Reduzierung des Working Capitals und da­mit des Finanzierungsbedarfs gel­ten bei­spiels­wei­se:

  • die Reduzierung von Durchlaufzeiten
  • Kontrolle der Lagerbestände
  • Verbesserung der ei­ge­nen Lieferfähigkeit
    (z.B. Slow-Seller elemi­nie­ren)
  • Konsequentes Debitorenmanagement
    (Mahnwesen, Zahlungskonditionen, Factoring),
  • Konditionsverhandlungen mit den Lieferanten
    (Zahlungsziele, Konsignation)

 

Excel-Datei zum  Working Capital Management

Wir stel­len Ihnen ei­nen Working-Capital-Rechner im Excel-Format zur Verfügung, mit des­sen Hilfe Sie die  Kennzahlen Ihres ei­ge­nen Unternehmens er­mit­teln kön­nen. Die Datei ist mit Musterdaten ge­füllt. Mit der Eingabe ei­ni­ger we­ni­ger Werte aus Ihrer GuV und Bilanz wer­den Ihre Daten er­mit­telt und gra­phisch dar­ge­stellt.

Download der Excel-Vorlage zum Working-Capital-Management

Veröffentlicht in Controlling, Fashion, Finanzierung Getagged mit: , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen