Working Capital Management (WCM)

War­um Working-Capi­tal-Manage­ment? Die Unter­neh­mens­fi­nan­zie­rung wird in vie­len Bran­chen zuneh­mend zum Eng­pass­fak­tor. Bei­spiels­wei­se ver­län­gert sich in der Mode-Bran­che  bei zuneh­men­dem Anteil ver­ti­ka­ler Geschäfts­mo­del­le wie Depot und Con­ces­si­ons der Finan­zie­rungs­zeit­raum für die Fashion-Lie­fe­ran­ten zum Teil erheb­lich. Der sich hier­aus erge­ben­de Liqui­di­täts­be­darf wird  in der Pra­xis oft unter­schätzt oder zu spät in die Über­le­gun­gen (und Ver­trags­ver­hand­lun­gen) einbezogen.

Working Capital

Das WCM beschäf­tigt sich mit der Opti­mie­rung und der effi­zi­en­ten Steue­rung des kurz­fris­ti­gen Finan­zie­rungs­be­darfs eines Unter­neh­mens. Ziel ist es, das gebun­de­ne Kapi­tal (WC=working capi­tal) – und damit den Finanz­be­darf und die Zins­be­las­tung – im Unter­neh­men mög­lichst gering zu halten.

Die drei wich­tigs­ten Stell­grö­ßen sind hierbei:

Bilanz­po­si­ti­on Kenn­zahl
     Waren- und Materialbestände      DIO    = days inven­to­ry outstanding
(Ø‑Lagerdauer)
+ vor­zu­fi­nan­zie­ren­de Forderungen +   DSO   = days sales outstanding
(Ø‑Zahlungsziel der Kunden)
-  Lie­fe­ran­ten­kre­di­te -    DPO   = days paya­ble outstanding
(Ø‑Zahlungsziel bei Lieferanten)
= (net) working capital  = DWO   = days working capital

Der Finan­zie­rungs­be­darf ergibt sich aus der Sum­me der vor­han­de­nen Vor­rä­te und der offe­nen For­de­run­gen an Kun­den. Als Ent­las­tung die­nen die eige­nen Lieferantenkredite.

Auf eine For­mel gebracht bedeu­tet dies für das gebun­de­ne Kapital:

(net) working capi­tal = Vor­rä­te + Debi­to­ren – Kreditoren

 

Netto-Finanzierungdauer

Für eine Kapi­tal­be­darfs­rech­nung ist neben den zu finan­zie­ren­den Beträ­gen auch der Gesamt­zah­lungs­zy­klus (Cash Con­ver­si­on Cycle) rele­vant. Der Cash-Cycle gibt an, über wie vie­le Tage die Bestän­de und For­de­run­gen finan­ziert wer­den müs­sen, bis sie dem Unter­neh­men wie­der als Liqui­di­tät zur Ver­fü­gung stehen.

Das Kür­zel DSO für “Days Sales Out­stan­ding”, steht dabei für das  durch­schnitt­li­che Zah­lungs­ziel, wel­ches von den Kun­den in Anspruch genom­men wird. DIO für „Days Inven­to­ry Out­stan­ding“ gibt die durch­schnitt­li­che Lager­dau­er der Vor­rä­te wie­der. Dem­entspre­chend bezeich­net DPO („Days Paya­bel Out­stan­ding“) das von uns bei unse­ren Lie­fe­ran­ten in Anspruch genom­me­ne Zahlungsziel.

Die­se drei Kenn­zah­len erge­ben zusam­men­ge­rech­net die Net­to-Finan­zie­rungs­dau­er („Net Cash Cycle“):

Net Cash Cycle: DIO + DSO – DPO

Working Capital Ratio

Eine wei­te­re Kenn­zahl zur Beur­tei­lung der finan­zi­el­len Sta­bi­li­tät eines Unter­neh­mens ist der Anteil des Working Capi­tals am Jahresumsatz:

Working Capi­tal Ratio = Working Capi­tal / Jah­res­um­satz *100

In einer kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Stu­die (WCM) hat die Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft PWC für Euro­päi­sche Unter­neh­men einen Mit­tel­wert von 19,0 % ermit­telt. Die Ratio ist sehr stark von der Bran­che abhän­gig und liegt zwi­schen 6 % bei Öl und Gas und 31 % bei Phar­ma­zeu­ti­ka. Für Kon­sum­gü­ter wur­den 22 % ermittelt.

Maßnahmen im Rahmen des WCM

Als erfolgs­ver­spre­chen­de Maß­nah­men zur Redu­zie­rung des Finan­zie­rungs­be­darfs gel­ten beispielsweise:

  • die Redu­zie­rung von Durchlaufzeiten
  • Kon­trol­le der Lagerbestände
  • Ver­bes­se­rung der eige­nen Lieferfähigkeit
    (z.B. Slow-Sel­ler eleminieren)
  • Kon­se­quen­tes Debitorenmanagement
    (Mahn­we­sen, Zah­lungs­kon­di­tio­nen, Factoring),
  • Kon­di­ti­ons­ver­hand­lun­gen mit den Lieferanten
    (Zah­lungs­zie­le, Konsignation)

Excel-Datei zum  Working Capital Management

Wir stel­len Ihnen einen Working-Capi­tal-Rech­ner im Excel-For­mat zur Ver­fü­gung, mit des­sen Hil­fe Sie die  Kenn­zah­len Ihres eige­nen Unter­neh­mens ermit­teln kön­nen. Die Datei ist mit Mus­ter­da­ten gefüllt. Mit der Ein­ga­be eini­ger weni­ger Wer­te aus Ihrer GuV und Bilanz wer­den Ihre Daten ermit­telt und gra­phisch dargestellt.

Down­load der Excel-Vor­la­ge zum WCM

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