Welche Steuern zahlen Existenzgründer und Selbständige?

zuletzt aktualisiert am 9. August 2015 von Winfried Eitel

SteuernSchon bei der Gründung des Unternehmens spie­len steu­er­li­che Überlegungen ei­ne Rolle und soll­ten bei­spiels­wei­se in die Entscheidung zur Rechtsformwahl ein­flie­ßen.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Bei der Anmeldung ei­nes Gewerbes  er­hal­ten Sie als Jungunternehmer den “Fragebogen zur steu­er­li­chen Erfassung”. In die­sem Formular wer­den Angaben zu den per­sön­li­chen Verhältnissen, zum Unternehmen und zur Besteuerung ab­ge­fragt.
Freiberufler er­hal­ten den Fragebogen zu ih­ren Steuern di­rekt vom zu­stän­di­gen Finanzamt.

Fragebogen zur Steuerlichen Erfassung

Hier fin­den Sie ei­nen am PC aus­füll­ba­ren und spei­cher­ba­ren Fragebogen zur steu­er­li­chen Erfassung. Das Bundesfinanzministerium stellt zu­sätz­lich die­se Ausfüllanleitung zur Verfügung.

Welche Steuern fallen an?

Welche Steuern Sie zah­len müs­sen, hängt von der Rechtsform (z.B. GmbH oder Einzelunternehmen) und Ihrem Status (Gewerbetreibender oder Freiberufler) ab.

Die Einkommensteuer muss von na­tür­li­chen Personen ge­zahlt wer­den. Üblich sind vier­tel­jähr­li­che Vorauszahlungen und die Steuererklärung nach Ablauf des Kalenderjahres.

Umsatzsteuer ist bei neu­ge­grün­de­ten Unternehmen mo­nat­lich in der “Umsatzsteuervoranmeldung” zu mel­den und ab­zu­füh­ren. Stellt das Finanzamt fest, dass die jähr­li­che Umsatzsteuer we­ni­ger als 7.500 € be­trägt, wird auf ei­nen vier­tel­jähr­li­chen Rhythmus um­ge­stellt.
(Bestimmte Berufe wie z.B. Ärzte u.a. sind nicht um­satz­steu­er­pflich­tig.)

Alle Gewerbetreibenden aus Handwerk, Industrie und Handel (au­ßer freie Berufe und Landwirtschaft) zah­len Gewerbesteuer an ih­re Gemeinde. Die ge­naue Höhe legt die Gemeinde über den “Gewerbesteuerhebesatz” fest. Auch hier sind vier­tel­jähr­li­che Vorauszahlungen zu leis­ten. Nach Ablauf des Kalenderjahres und dem Vorliegen des Einkommensteuerbescheids er­folgt die Steuerfestsetzung durch die Gemeinde.

Als Arbeitgeber müs­sen Sie die von Ihren Arbeitnehmern ein­be­hal­te­ne Lohnsteuer bis zum 10. des Folgemonats an das Finanzamt ab­füh­ren.

Nach Ablauf des Kalenderjahres müs­sen Sie dem Finanzamt al­so ei­ne Einkommensteuererklärung, ei­ne Umsatzsteuererklärung und ei­ne Gewerbesteuererklärung vor­le­gen.

Gewinnermittlung

Der er­ziel­te Gewinn ist die maß­geb­li­che Größe bei der Festsetzung der Einkommensteuer.

Grundsätzlich gibt es zwei ver­schie­de­ne Verfahren zur Gewinnermittlung. Den Jahresabschluss mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) oder die ver­ein­fach­te Form des Abschlusses mit der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR).

Welche Methode ver­wen­det wer­den muss bzw. darf hängt von Art und Umfang Ihrer Selbständigkeit ab. Gewerbetreibende mit ei­nem Gewinn bis zu 50.000 EURO (und max. 500.000 Umsatz) so­wie Freiberufler dür­fen die EÜR zur Gewinnermittlung ver­wen­den.

Tipp: Sofern Sie den Gründungszuschuss be­zie­hen, ist die­ser ei­ne steu­er­freie Einnahme und muss nicht bei der Gewinnermittlung be­rück­sich­tigt wer­den.

Pflichtangaben auf einer Rechnung

Damit ei­ne Rechnung steu­er­recht­lich an­er­kannt wird, muss sie min­des­tens die fol­gen­den Angaben ent­hal­ten:

  • Namen und Anschrift des Rechnungsstellers
  • Namen und Anschrift des Leistungsempfängers
  • die Umsatzsteuernummer oder die UStID-Nummer des Ausstellers
  • das Rechnungsdatum
  • ei­ne ein­deu­ti­ge Rechnungsnummer
  • Menge und Art/Bezeichnung der Ware oder der Leistung
  • Zeitpunkt der Lieferung bzw. der Leistung
  • den nach Steuersätzen ge­trenn­ten Ausweis der Nettobeträge
  • je­de im Voraus ver­ein­bar­te Minderung der Zahlung (z.B. Skonto)
  • Steuersätze und Steuerbetrag bzw. den Hinweis auf ei­ne Steuerbefreiung (z.B. als Kleinunternehmer)
  • ei­nen Hinweis auf die 2jährige Aufbewahrungspflicht bei Rechnungen an Privatpersonen im Zusammenhang mit ei­nem Grundstück.

Achten Sie bei al­len ein­ge­hen­den Rechnung auf die­se Kriterien. So er­spa­ren Sie sich Überraschungen und Probleme mit dem Finanzamt.

Informationen der Finanzämter für Existenzgründer

Die Finanzämter aus NRW ha­ben ei­nen Flyer  Steuertipps für Existengründer her­aus­ge­ge­ben, in dem die wich­tigs­ten Regelungen zu den Steuern auf­ge­führt sind. Daneben gibt es ei­ne  70seitige Steuer-Broschüre, die sehr an­schau­lich und mit Praxisbeispielen die Fragen zu Steuerpflichten für Existenzgründer er­läu­tert.

Leider sind die ge­druck­ten Exemplare der­zeit ver­grif­fen. Im Broschürenservice des Finanzamtes kön­nen Sie ggf. Ausschau hal­ten, ob die Druckversionen wie­der ver­füg­bar sind.

Die Finanzämter ste­hen für Fragen und Informationen im steu­er­li­chen Bereich ger­ne zur Verfügung. Nutzen Sie die­se Möglichkeit!

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