Auch im Blindflug? – Junge Firmen vernachlässigen oft das Controlling!

zuletzt aktualisiert am 15. Januar 2018 von Winfried Eitel

Blindflug-ControllingDer „Con­trol­ler“ ist vie­len Men­schen als Steue­rungs­in­stru­ment bei ihrer Spiel­kon­so­le bekannt. Con­trol­ling hat im Geschäfts­le­ben eine ähn­li­che Funk­ti­on. Es ist ein Werk­zeug um sei­ne Zah­len im Griff zu haben und den Betrieb zu steu­ern.

Micha­el  K. aus Mön­chen­glad­bach ist seit 5 Mona­ten mit einer Wer­be­agen­tur selb­stän­dig. Er hat gut zu tun und ist mit der Geschäfts­ent­wick­lung recht zufrie­den. Über­rascht hat ihn die Fra­ge sei­ner Fami­lie: Wie viel ver­dienst du jetzt eigent­lich?

Als er sei­nen Busi­ness­plan erstell­te, hat er viel Zeit in die Umsatz- und Ren­ta­bi­li­täts­pla­nung gesteckt. Nach dem Start sei­ner Fir­ma erhielt er schnell die ers­ten Auf­trä­ge und muss­te sich um sei­ne Kun­den küm­mern. Dafür hat­te er ja auch schließ­lich den Schritt in die Selb­stän­dig­keit gewagt.

Ursachen für den “Blindflug”

Die Buch­hal­tung über­ließ er von Anfang an sei­nem Steu­er­be­ra­ter. Die monat­li­chen Bele­ge stell­te er ihm auch regel­mä­ßig  zur Ver­fü­gung. Kurz dar­auf erhielt er dann von sei­nem Steu­er­be­ra­ter einen Wust von Aus­wer­tun­gen (“BWA” – betriebs­wirt­schaft­li­che Aus­wer­tun­gen), den er nicht so recht ver­stand, aber immer ordent­lich abhef­te­te. Schon län­ger hat­te er vor, sich mit die­sen unüber­sicht­li­chen Blät­tern zu beschäf­ti­gen…

Mit der Fra­ge sei­ner Fami­lie wur­de ihm klar, dass er eigent­lich nicht wuss­te, wo er mit sei­nem Unter­neh­men stand, und dass er  im Blind­flug unter­wegs war.

Gera­de für “Ein­zel­kämp­fer”, die sich mit ihrem Unter­neh­men in der Start­pha­se befin­den,  ist dies eine typi­sche Situa­ti­on. Das Tages­ge­schäft nimmt den Grün­der stark in Anspruch, so dass der Busi­ness­plan in Ver­ges­sen­heit gerät.

Wie fliegt man wieder “auf Sicht”?

Also heißt es den Busi­ness­plan wie­der her­vor­zu­ho­len und sich die Plan­wer­te pro Monat anzu­schau­en. Die­se Plan­zah­len kön­nen den Ist-Wer­ten aus der betriebs­wirt­schaft­li­chen Aus­wer­tung gegen­über gestellt wer­den. Das gilt für die monat­li­chen Zah­len, wie auch für die kumu­lier­ten Ergeb­nis­se des lau­fen­den Jah­res. Die­se sind noch aus­sa­ge­fä­hi­ger, da kurz­fris­ti­ge Schwan­kun­gen aus­ge­gli­chen wer­den.

Wich­tig ist es vor allem, die Abwei­chun­gen zwi­schen der Pla­nung und dem tat­säch­li­chen Ergeb­nis zu ana­ly­sie­ren. Das ist der ent­schei­den­de Punkt für Ant­wor­ten auf die Fra­gen, war­um Abwei­chun­gen ent­stan­den sind und wel­che Maß­nah­men getrof­fen wer­den kön­nen. Mit die­ser Vor­ge­hens­wei­se kann sich der Grün­der schon ein ers­tes klei­nes Con­trol­ling-Instru­men­ta­ri­um, z.B. in Excel, erstel­len!

Was bedeutet eigentlich Controlling?

Der „Con­trol­ler“ ist vie­len Men­schen als Steue­rungs­in­stru­ment bei ihrer Spiel­kon­so­le bekannt. Con­trol­ling hat im Geschäfts­le­ben eine ähn­li­che Funk­ti­on. Es ist ein Werk­zeug um sei­ne Zah­len im Griff zu haben und den Betrieb zu steu­ern.

Ein klei­nes Con­trol­ling auf­zu­bau­en ist natür­lich leich­ter gesagt als getan. Da sich die meis­ten Grün­der nur ein­mal im Leben selbst­stän­dig machen und die Res­sour­cen begrenzt sind. Daher ist dies ein typi­scher Fall für ein Grün­der­coa­ching. Das wird von der KfW mit 50 Pro­zent bezu­schusst. Gemein­sam mit einem Coach kann ein ers­tes Con­trol­ling-Instru­men­ta­ri­um erar­bei­tet wer­den.

Micha­el K. kann sei­ner Fami­lie damit nicht nur sagen, was er bis jetzt ver­dient hat, son­dern auf­grund der Plan­rech­nung auch, wie viel er ver­mut­lich in den nächs­ten Mona­ten erwirt­schaf­ten wird.

Winfried Eitel

Betriebswirtschaftliche Beratung und Dienstleistung bei amortisat' e.K.
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