Sortimentsanalyse mit der Rentabilitätszahl

zuletzt aktualisiert am 26. Juni 2017 von Winfried Eitel

Sortimentsanalyse

Mit der Sortimentsanalyse sol­len im Rahmen des Sortimentscontrollings Schwächen auf­ge­deckt wer­den, die recht­zei­ti­ge Gegensteuerungsmaßnahmen er­mög­li­chen.

Sortimentskontrolle

Quelle: http://www.ecckoeln.de

Typische Fragen, die im Rahmen der Sortimentsanalyse ge­stellt wer­den:

  • Welche Teile des Sortimentes sind ren­ta­bel und wel­che nicht?
  • Für wel­che Teile des Sortiments lohnt sich ei­ne in­ten­si­ve­re Betreuung?
  • Welche Teile des Sortimentes soll­ten künf­tig ver­ein­facht be­ar­bei­tet wer­den?
  • Bei wel­chen Artikeln soll­te ei­ne Sortimentsbereinigung durch­ge­führt wer­den?

Es gibt vie­le Möglichkeiten, ent­spre­chen­de Analysen durch­zu­füh­ren. Die am häu­figs­ten ver­wen­de­ten Kennzahlen sind da­bei die er­ziel­te Kalkulation (er­ziel­te Spanne, Ausgangskalkulation) und die LUG (Lagerumschlagsgeschwindigkeit).

Aber wel­cher Kennzahl soll der Vorzug ge­ge­ben wer­den? Ist es sinn­vol­ler ei­ne ho­he Ausgangskalkulation (bei ge­rin­ge­rer LUG) oder ei­ne ho­he LUG (bei ge­rin­ge­rer er­ziel­ter Spanne) zu er­zie­len?

Die Rentabilitätszahl er­mög­licht die gleich­be­rech­tig­te Betrachtung bei­der Kennzahlen und gibt den jähr­li­chen Ertrag (Warenrohertrag) des in die Bestände in­ves­tier­ten Kapitals an. Mit wel­chem Bestand lässt sich der höchs­te Ertrag er­wirt­schaf­ten?

Erzielte Spanne = erzielte Kalkulation = Ausgangskalkulation

Die er­ziel­te Spanne gibt an, wie hoch der net­to ver­füg­ba­re Deckungsbeitrag/Rohertrag je kas­sier­tem Euro Umsatz ist. Eine er­ziel­te Spanne von 35 % sagt aus, dass – nach Abzug der Einstandskosten – von 100 EUR Umsatz, 35 EUR für die Deckung der sons­ti­gen Kosten und den Gewinn ver­blei­ben.

Erzielte Spanne

Ziel ist es dem­nach, ei­ne ho­he Ausgangskalkulation zu er­zie­len.

Lagerumschlagsgeschwindigkeit – LUG

Die LUG gibt an, wie oft ein be­stimm­ter Artikel oder ein Sortiment pro Jahr ver­kauft wird. Bei ei­ner LUG von 3 „dreht“ das Lager drei­mal. Die durch­schnitt­li­che Lagerdauer ist dann 4 Monate. (12 Monate durch 3)

LUG-Lagerumschlaggeschwindigkeit

Grundsätzlich ist ei­ne ho­he Lagerumschlaggeschwindigkeit an­zu­stre­ben.

Rentabilitätszahl

Letztlich hängt der Erfolg des Unternehmens von Umschlaggeschwindigkeit und Kalkulationsaufschlag ab. Wenn man für 100 EUR Waren ein­kauft und die­se mit ei­nem Aufschlag von 50 % ver­kauft, be­trägt der Bruttogewinn 50 EUR. Wenn man die­ses Geschäft vier­mal im Jahr ma­chen kann, er­zielt man 4 * 50 EUR = 200 EUR Bruttogewinn. Mit ei­nem Wareneinsatz von 100 EUR las­sen sich jähr­lich 200 EUR Bruttogewinn er­zie­len. Dies ist ein Maß für den ren­ta­blen Einsatz des ein­ge­setz­ten (Lager-)Kapitals.

Rentabilitätszahl

in Anlehnung an Gabler: Handbuch für den Textilkaufmann (1964)

Im Beispiel er­zielt Artikel 2 die höchs­te Spanne. Aufgrund der ge­rin­gen LUG hat Artikel 2 je­doch die ge­rings­te Rentabilitätszahl. Aus 100 EUR Lagerkapital las­sen sich jähr­lich 177,73 EUR Rohertrag er­wirt­schaf­ten. Beim Artikel 3 wird die ge­rin­ge Kalkulation durch die ho­he LUG mehr als aus­ge­gli­chen. Hier wer­den 363,75 EUR Rohertrag je 100 EUR ein­ge­setz­tem Lagerkapital er­zielt.

Für die be­triebs­wirt­schaft­li­che Planung hat die Rentabilitätszahl ei­ne ho­he Bedeutung, da sie Ausgangskalkulation mit Lagerumschlaggeschwindigkeit mit­ein­an­der ver­bin­det.

 

 

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