ABC-Analysen und ABC-XYZ-Analysen

zuletzt aktualisiert am 1. April 2016 von Winfried Eitel

Eine wich­ti­ge und be­kann­te Empfehlung im Rahmen des Working-Capital-Managements ist die Sortimentsanalyse mit­tels der ABC-Analyse. Einerseits sol­len die Lagerbestände und da­mit Kapitalbindung re­du­ziert wer­den, an­de­rer­seits soll auch der Einkaufsaufwand re­du­ziert wer­den.

Während man mit der ABC-Analyse be­triebs­wirt­schaft­li­che Sachverhalte nach Ihrer Bedeutung un­ter­teilt, be­zweckt die zu­sätz­li­che XYZ-Analyse, Bedarfs- und Verbrauchsschwankungen zu er­ken­nen und dar­aus Prognosen ab­zu­lei­ten.

Denn ne­ben der Wertigkeit ei­ner Ressource ist ent­schei­dend, wie sich de­ren Verbrauch vor­her­sa­gen lässt. Die Kombination von Wert und Verbrauch er­mög­licht neue Erkenntnisse, auf wel­che Materialien die Verantwortlichen ein be­son­de­res Augenmerk ha­ben soll­ten. Die ABC-XYZ-Analysen kön­nen ei­nen wich­ti­gen Beitrag da­zu leis­ten, das Bestandsniveau zu klas­si­fi­zie­ren und ei­ge­ne Beschaffungs- und Lagerhaltungsstrategien an­zu­pas­sen.

ABC-Analysen

Es wer­den al­le Lagerbestände oder Einkaufsvolumen ge­sam­melt. Die Sortierung er­folgt ab­stei­gend nach Wert. Die teuersten/wertvollsten Artikel ste­hen al­so oben in der Liste.

ABC-Analyse

Die Produkte wer­den ei­ner der drei Klassen A, B oder C zu­ge­ord­net. Im ide­al­ty­pi­schen Fall lie­gen die Grenzen bei 0-80 % für Klasse A, 80-95 % für Klasse B und 95-100 % für Klasse C.

Die gra­fi­sche Darstellung könn­te fol­gen­des Aussehen ha­ben:

ABC-Analyse

A-Materialien ha­ben ei­nen ge­rin­gen men­gen­mä­ßi­gen, aber ei­nen ho­hen wert­mä­ßi­gen Anteil

B-Materialien ha­ben ei­nen mitt­le­ren men­gen­mä­ßi­gen und wert­mä­ßi­gen Anteil

C-Materialien ha­ben ei­nen ho­hen men­gen­mä­ßi­gen, je­doch nur ei­nen ge­rin­gen wert­mä­ßi­gen Anteil

 

ABC-XYZ-Analysen

Bei der ABC-XYZ- Analyse spielt ne­ben der mengen- und wert­mä­ßi­gen Bedeutung auch die Prognosegenauigkeit der Artikel ei­ne wich­ti­ge Rolle.

X-Materialien ha­ben ei­ne ho­he Vorhersagegenauigkeit (konstant-regelmäßiger Verbrauch)

Y-Materialien ha­ben ei­ne mitt­le­re Vorhersagegenauigkeit (saisonal-regelmäßiger Verbrauch)

Z-Materialien ha­ben ei­ne ge­rin­ge Vorhersagegenauigkeit (un­re­gel­mä­ßi­ger Verbrauch)

In ei­nem ers­ten Schritt, sind bei­de Verfahren ge­trennt von­ein­an­der durch­zu­füh­ren. Jeder Artikel kann da­nach in ei­ne von neu­en Kategorien ein­ge­ord­net wer­den.

ABC-XYZ-Analysen

(Die gelb mar­kier­ten Kombinationen gel­ten in der Literatur als ge­eig­net für Just-in-time-Produktion.)

Beliebte Artikel – einfach zu beschaffen und hoher Wert

Die liebs­ten Teile der Einkaufs-/Vertriebsplaner sind die Teile aus dem Überschneidungsbereich der Klassen A und X. Diese Teile sind leicht zu pla­nen, da re­gel­mä­ßig ge­lie­fert und ver­braucht und ein­fach zu be­schaf­fen (da at­trak­ti­ves Geschäft für Lieferanten) so­wie ge­winn­brin­gend ver­kauf­bar. Der Kauf auf Lager ist mög­lich. Soll die Kapitalbindung re­du­ziert wer­den, ist ei­ne Just-In-Time-Steuerung vor­zu­zie­hen.

Unbeliebte Teile – schwierig zu beschaffen, hoher Wert

Artikel aus dem Überschneidungsbereich der Klassen A und Z soll­ten be­darfs­ge­steu­ert ein­ge­kauft, ge­plant und ver­trie­ben wer­den. Diese Teile loh­nen nur we­gen ih­res re­la­tiv ho­hen Wertes.

Unbeliebte Teile – einfach zu beschaffen, jedoch geringer Wert

Artikel aus dem Überschneidungsbereich der Klassen C und X soll­ten ver­brauchs­ge­steu­ert be­schafft wer­den. Die Teile ha­ben nur ei­nen re­la­tiv ge­rin­gen Wert, sind aber ein­fach zu pla­nen und zu be­schaf­fen. Auf Grund der gut plan­ba­ren und oft ho­hen Volumen sind die­se Teile für Lieferanten mit­tel­mä­ßig in­ter­es­sant.

Unbeliebte Teile – schwierig zu beschaffen, geringer Wert

Artikel aus dem Überschneidungsbereich der Klassen C und Z sind sehr schwie­rig zu be­schaf­fen und häu­fig Thema für schwie­ri­ge Projekteinkäufe. Lieferanten bie­ten die­se Artikel kaum an, da sie un­at­trak­tiv sind. Bei ei­ner Serienfertigung soll­te ei­ne Programmbereinigung (z. B. durch Standardisierung) in Erwägung ge­zo­gen wer­den, so dass die­se Teile auf das ab­so­lut Nötigste re­du­ziert wer­den!

Fazit

Die Kombination von ABC- und XYZ-Analysen soll bes­se­re Entscheidungen er­mög­li­chen. Denn ne­ben der Wertigkeit ei­ner Ressource ist ent­schei­dend, wie sich de­ren Verbrauch vor­her­sa­gen lässt. Die Kombination von Wert und Verbrauch er­mög­licht neue Erkenntnisse, auf wel­che Materialien die Verantwortlichen ein be­son­de­res Augenmerk ha­ben soll­ten.

ABC-XYZ-Analysen

Die ABC-XYZ-Analysen kön­nen ei­nen wich­ti­gen Beitrag da­zu leis­ten, das Bestandsniveau zu klas­si­fi­zie­ren und Beschaffungs- und Lagerhaltungsstrategien an­zu­pas­sen.

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