OKR – Objectives and Key Results

OKR: Objectives and Key-Results
OKR – Objec­ti­ves and Key-Results

Objec­ti­ves and Key Results (OKR) ist eine bewähr­te Manage­ment-Metho­de, Stra­te­gien tea­m­über­grei­fend umzu­set­zen. Die Metho­de beruht auf Zie­len (Objec­ti­ves) und Schlüs­sel­er­geb­nis­sen (Key Results). OKR läuft übli­cher­wei­se in einem sich per­ma­nent wie­der­ho­len­dem drei­mo­na­ti­gen Zyklus ab. Die­se Metho­de ist dadurch fle­xi­bler als ver­gleich­ba­re Ansät­ze wie MbO oder Balan­ced Score­card. Die Mit­ar­bei­ter wer­den in die For­mu­lie­rung der Zie­le ein­be­zo­gen. In die­sem Bei­trag erläu­tern wir Ihnen die Metho­de und geben Ihnen eine Excel-Vor­la­ge an die Hand.

Schon in den 70ern erkann­te Intel, dass die gän­gi­gen Manage­ment­me­tho­den mit der Schnell­le­big­keit und Dyna­mik moder­ner Unter­neh­men unver­ein­bar waren und die­ser Ent­wick­lung sogar im Weg standen.

Ange­lehnt an das Manage­ment by Objec­ti­ves (MbO) griff Intel Bestand­tei­le des MbO auf und pass­te sie an die Anfor­de­run­gen moder­ner Unter­neh­men an. Zum Durch­bruch kam die Metho­de als Goog­le die­se Ansät­ze wei­ter­ent­wi­ckel­te und sie 1999 im eige­nen Unter­neh­men ein­führ­te, wo OKR bis heu­te als Manage­ment-Metho­de ein­ge­setzt wird.

Objec­ti­ves sind dabei die kurz­fris­ti­gen Zie­le, die die Mid-Term Goals (MOALS) der Orga­ni­sa­ti­on wei­ter her­un­ter­bre­chen. Sie wer­den vom Team für die nächs­ten drei Mona­te defi­niert. Sie sind zeit­lich und inhalt­lich erreich­bar, kon­trol­lier­bar und haben einen moti­vie­ren­den Charakter

Key Results sind im Gegen­satz zu den Objec­ti­ves quan­ti­ta­ti­ver Natur. Sie sind kon­kre­te, mess­ba­re Ergeb­nis­se, die für die Errei­chung der Zie­le sor­gen sol­len. Sie sind klar defi­niert und handlungsweisend.

OKR Beispiele

Wich­tig bei der rich­ti­gen For­mu­lie­rung der OKRs ist, dass die Zie­le am Ende des Zyklus erreicht und abge­schlos­sen sein kön­nen und eben kei­ne lang­fris­ti­gen Unter­neh­mens­zie­le darstellen.

Hilf­reich für die For­mu­lie­rung ist die OKR-For­mel von John Doerr

We will [Objec­ti­ve] as mea­su­red by [set of Key Results].“

OKR-For­mel von John Doerr

Mit die­ser For­mel lässt sich schnell tes­ten, ob Zie­le und Schlüs­sel­er­geb­nis­se zuein­an­der pas­sen und funktionieren.

Objec­ti­ve: Wir haben zuver­läs­si­ge Stoff­lie­fe­ran­ten mit einer sehr kur­zen Bestell­durch­lauf­zeit (Purcha­se Order Cycle Time), damit wir unse­re Kun­den zeit­nah belie­fern können.

Key Results:
1: Wir haben durch geeig­ne­te Maß­nah­men die Bestell­durch­lauf­zeit von 12,3 Tagen auf unter 5 Tagen redu­ziert.
2: Wir haben durch Zweit­lie­fe­ran­ten (Second Source) in der Tür­kei die Bestell­durch­lauf­zeit von 12,3 Tagen auf unter 2 Tagen reduziert.

Auch wenn OKR Bei­spie­le ein sinn­vol­les Hilfs­mit­tel und eine wert­vol­le Richt­li­nie im Defi­ni­ti­ons­pro­zess der eige­nen Objec­ti­ves und Key Results sind, soll­ten Sie stets dar­auf ach­ten, dass eine Anpas­sung an eige­ne Spe­zi­fi­ka vor­ge­nom­men wird. Ein OKR Bei­spiel ist in den sel­tens­ten Fäl­len ein­fach auf ande­re Orga­ni­sa­tio­nen übertragbar.

Wie funktioniert OKR?

OKR zeich­net sich dadurch aus, dass Sie die Zie­le nicht mehr wie bis­her ein­mal zu Beginn des Jah­res fest­le­gen und erst am Ende des Jah­res über­prü­fen, son­dern dass die Ziel­set­zung und ‑über­prü­fung in einem Drei-Monats-Rhyth­mus vor­ge­nom­men wird.

Quel­le: www.clevis.de

Zu Beginn eines jeden Zyklus wer­den in der Pha­se „OKR Plan­ning“ auf allen Ebe­nen der Orga­ni­sa­ti­on die Zie­le der nächs­ten drei Mona­te geplant. Im Zuge der Pla­nung wer­den die Visi­on und Mis­si­on der Orga­ni­sa­ti­on über die dar­aus abge­lei­te­ten Mid-Term Goals (MOALS) bzw. die abge­lei­te­ten Stra­te­gien in die For­mu­lie­rung der Zie­le mit­ein­be­zo­gen. Beim „OKR Plan­ning“ wer­den zuerst die Unter­neh­mens­zie­le des Manage­ments fest­ge­legt und den Mit­ar­bei­tern vor­ge­stellt. Die­se for­mu­lie­ren dann die Zie­le in Teams und dar­auf abge­stimmt ihre eige­nen Zie­le – ange­lehnt an die Unter­neh­mens­zie­le. Das stellt sicher, dass die Teams das Leit­bild des Unter­neh­mens auch trotz der kur­zen Zyklen berücksichtigten.

Wäh­rend des gesam­ten Zyklus fin­den Mee­tings, soge­nann­te „Wee­kly OKRs“, statt. In die­sen maxi­mal 15-minü­ti­gen Abspra­chen wer­den Fort­schrit­te auf dem Weg zur Ziel­er­rei­chung abge­gli­chen und Fra­gen geklärt.

Am Ende der drei Mona­te wer­den in einem „OKR Review“ sowohl von Sei­ten des Unter­neh­mens als auch sei­tens der Mit­ar­bei­ter die Zie­le aus­ge­wer­tet und vor­ge­stellt. Dabei steht die Aus­wer­tung des Ziel­er­rei­chungs­gra­des im Vordergrund.

In der Pha­se der „OKR Retro­spek­ti­ve“ wird ana­ly­siert, war­um Zie­le nicht erreicht wur­den und was Trei­ber und Hin­der­nis­se im Lau­fe der letz­ten drei Mona­te waren. Die­ser Schritt wird dazu genutzt, „les­sons lear­ned“ auf­zu­neh­men, um die kon­ti­nu­ier­li­che Ver­bes­se­rung sicher­zu­stel­len. Ein Feh­ler gilt bei die­ser Metho­de als Chan­ce, die­sen im nächs­ten Zyklus nicht mehr zu bege­hen und den Pro­zess zu optimieren.

Tools

Ein „OKR-Tool“ schafft Trans­pa­renz über die ver­ein­bar­ten Zie­le. Mitt­ler­wei­le gibt es eini­ge Tools, die Ihnen hel­fen, Zie­le ein­zu­pfle­gen, zu bear­bei­ten und zu bewer­ten. Sie benö­ti­gen jedoch nicht zwin­gend ein neu­es Tool . Für den Start reicht auch schon ein Excel-Tem­pla­te, wie wir es die­sem Bei­trag bei­gefügt haben. Gera­de zu Beginn oder in klei­nen Unter­neh­men reicht oft sogar das Fest­hal­ten auf Papier aus.

Quellen und weiterführende Informationen

Basis­kurs OKR (how-to-okr)
OKR-Tem­pla­tes (okrtem­pla­tes)
OKR-Tem­pla­tes (smarts­heet)

Viel Erfolg beim Ausprobieren!

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