OKR – Objectives and Key Results

OKR steht für Objec­ti­ves and Key Results – eine Metho­dik zur Füh­rung und Steue­rung von Orga­ni­sa­tio­nen, die dabei hilft, stra­te­gi­sche Zie­le in kon­kre­te, mess­ba­re Ergeb­nis­se zu über­set­zen. Im Mit­tel­punkt ste­hen weni­ge, ambi­tio­nier­te Zie­le, eine kla­re Aus­rich­tung der Teams und die regel­mä­ßi­ge Über­prü­fung der Fortschritte.

Die Metho­dik wur­de bei Intel ent­wi­ckelt und 1999 durch John Doerr bei Goog­le ein­ge­führt. Heu­te wird OKR in Unter­neh­men unter­schied­li­cher Grö­ße und Bran­chen ein­ge­setzt. Der beson­de­re Vor­teil liegt in den kur­zen Zyklen: Zie­le wer­den nicht nur fest­ge­legt, son­dern regel­mä­ßig über­prüft und bei Bedarf angepasst.

Was sind OKR? Ursprung und Grundprinzipien

OKR steht für Objec­ti­ves and Key Results. Andy Gro­ve ent­wi­ckel­te den Ansatz in den 1970er-Jah­ren bei Intel. Der Risi­ko­ka­pi­tal­ge­ber John Doerr lern­te die Metho­de ken­nen und brach­te sie 1999 zu Goog­le, wo sie zu einem wich­ti­gen Instru­ment der Unter­neh­mens­steue­rung wurde.

OKR ver­bin­det die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung eines Unter­neh­mens mit der ope­ra­ti­ven Arbeit sei­ner Teams. Statt eine gro­ße Zahl von Zie­len par­al­lel zu ver­fol­gen, kon­zen­triert sich die Orga­ni­sa­ti­on auf weni­ge Prio­ri­tä­ten. Die Fort­schrit­te wer­den anhand kon­kre­ter Ergeb­nis­se überprüft.

Die wesent­li­chen Prin­zi­pi­en der Metho­dik sind:

  • Fokus: Weni­ge, wirk­lich wich­ti­ge Zie­le statt lan­ger To-do-Listen.
  • Trans­pa­renz: Die ver­ein­bar­ten OKRs sind für die Betei­lig­ten sichtbar.
  • Aus­rich­tung (Ali­gnment): Zie­le auf den ver­schie­de­nen Ebe­nen der Orga­ni­sa­ti­on sind mit­ein­an­der verbunden.
  • Ambi­ti­on: Zie­le sol­len her­aus­for­dern und nicht ledig­lich das ohne­hin Erwart­ba­re abbilden.
  • Agi­li­tät: Kur­ze Zyklen ermög­li­chen regel­mä­ßi­ge Über­prü­fung und Anpassung.

OKR ist damit nicht nur eine Metho­de zur Ziel­for­mu­lie­rung. Ent­schei­dend ist der wie­der­keh­ren­de Rhyth­mus aus Ziel­set­zung, Fort­schritts­kon­trol­le und Reflexion.

Objectives und Key Results: Aufbau und Unterschiede

Jedes OKR besteht aus zwei Ele­men­ten: einem Objec­ti­ve und den dazu­ge­hö­ri­gen Key Results. Bei­de erfül­len unter­schied­li­che Aufgaben.

Objec­ti­ve (O) Key Result (KR)
Qua­li­ta­tiv, moti­vie­rend und richtungsweisend Quan­ti­ta­tiv und ein­deu­tig messbar
Beant­wor­tet die Fra­ge: Wohin wol­len wir? Beant­wor­tet die Fra­ge: Wor­an erken­nen wir, dass wir unser Ziel erreicht haben?
Beschreibt einen ange­streb­ten Zustand, nicht eine Kennzahl Ent­hält ein kon­kre­tes, über­prüf­ba­res Ergebnis
Weni­ge Objec­ti­ves pro Ebe­ne und Zyklus Meh­re­re Key Results machen den Fort­schritt messbar
Bei­spiel: „Unse­re Kun­den­zu­frie­den­heit zur stärks­ten im Markt machen.“ Bei­spie­le: NPS von 42 auf 65 stei­gern; durch­schnitt­li­che Reak­ti­ons­zeit des Sup­ports auf unter vier Stun­den redu­zie­ren; Wie­der­kauf­ra­te von 38 % auf 50 % erhöhen.

Die Zah­len in die­sem Bei­spiel die­nen der Ver­an­schau­li­chung. Wel­che Kenn­zah­len sinn­voll sind, hängt von der jewei­li­gen Stra­te­gie und Aus­gangs­si­tua­ti­on ab.

Ein Objec­ti­ve beschreibt also, was erreicht wer­den soll. Die Key Results legen fest, wor­an sich die Ziel­er­rei­chung mes­sen lässt. Sie soll­ten Ergeb­nis­se beschrei­ben und nicht ledig­lich Akti­vi­tä­ten auflisten.

Die CRAFT-Formel für gute OKRs

Eine hilf­rei­che Ori­en­tie­rung für die For­mu­lie­rung von OKRs bie­tet die CRAFT-Formel:

  • C – Clear: Das Ziel ist ein­deu­tig for­mu­liert und lässt mög­lichst wenig Interpretationsspielraum.
  • R – Rele­vant: Das Ziel hat einen erkenn­ba­ren Bezug zur Unternehmensstrategie.
  • A – Ambi­tious: Das Ziel ist anspruchs­voll und for­dert die Orga­ni­sa­ti­on heraus.
  • F – Few: Es wer­den bewusst nur weni­ge Zie­le ausgewählt.
  • T – Trans­pa­rent: Die Zie­le und Ergeb­nis­se sind für die Betei­lig­ten nachvollziehbar.

Die For­mel ist eine prak­ti­sche Merk­hil­fe. Sie ersetzt nicht die inhalt­li­che Dis­kus­si­on dar­über, wel­che Zie­le für das Unter­neh­men tat­säch­lich wich­tig sind.

OKR-Beispiele

Wich­tig bei der For­mu­lie­rung von OKRs ist, dass die Zie­le inner­halb des ver­ein­bar­ten Zyklus über­prüft wer­den kön­nen. Ein lang­fris­ti­ges Unter­neh­mens­ziel lässt sich dafür in kon­kre­te, zeit­lich begrenz­te Ent­wick­lungs­zie­le übersetzen.

Hilf­reich ist die von John Doerr ver­brei­te­te Formulierung:

“We will [Objec­ti­ve] as mea­su­red by [set of Key Results].”

Sinn­ge­mäß bedeu­tet das: Wir wol­len ein bestimm­tes Ziel errei­chen, gemes­sen an den fol­gen­den Schlüsselergebnissen.

Mit die­ser For­mel lässt sich prü­fen, ob Objec­ti­ve und Key Results zusam­men­pas­sen und ob die Ziel­er­rei­chung tat­säch­lich mess­bar ist.

Beispiel aus der Bekleidungsbranche

Objec­ti­ve: Wir ver­fü­gen über zuver­läs­si­ge Stoff­lie­fe­ran­ten mit einer sehr kur­zen Bestell­durch­lauf­zeit, damit wir unse­re Kun­den zeit­nah belie­fern können.

Key Results:

  1. Wir redu­zie­ren die Bestell­durch­lauf­zeit (Purcha­se Order Cycle Time) durch geeig­ne­te Maß­nah­men von 12,3 Tagen auf unter fünf Tage.
  2. Wir eta­blie­ren einen Zweit­lie­fe­ran­ten (Second Source) in der Tür­kei und redu­zie­ren die Bestell­durch­lauf­zeit für die ent­spre­chen­den Bestel­lun­gen von 12,3 Tagen auf unter zwei Tage.

Die bei­den Key Results beschrei­ben ange­streb­te Ergeb­nis­se. Wel­che Maß­nah­men dafür erfor­der­lich sind, wird im Team erar­bei­tet. So bleibt der Fokus auf dem Ergeb­nis, ohne den Lösungs­weg unnö­tig vorzugeben.

Bei­spie­le kön­nen bei der Ent­wick­lung eige­ner OKRs hel­fen. Sie soll­ten jedoch stets an die indi­vi­du­el­len Anfor­de­run­gen, die Aus­gangs­si­tua­ti­on und die Mög­lich­kei­ten des jewei­li­gen Unter­neh­mens ange­passt werden.

Der OKR-Zyklus und Rhythmus

OKR lebt von einem kla­ren, wie­der­keh­ren­den Rhyth­mus. Üblich ist ein drei­mo­na­ti­ger Zyklus, der in einen län­ger­fris­ti­gen stra­te­gi­schen Rah­men ein­ge­bet­tet ist. Die regel­mä­ßi­ge Über­prü­fung unter­schei­det OKR von Ansät­zen, bei denen Zie­le ein­mal jähr­lich fest­ge­legt und erst am Jah­res­en­de aus­ge­wer­tet werden.

Pha­se Zeit­punkt Inhalt
OKR Plan­ning Etwa zwei bis drei Wochen vor Zyklusbeginn Objec­ti­ves und Key Results für den kom­men­den Zyklus for­mu­lie­ren und abstim­men; die Aus­rich­tung zwi­schen den Ebe­nen sicherstellen.
Check-ins wäh­rend des Zyklus Wöchent­lich, etwa 15 bis 30 Minuten Fort­schrit­te über­prü­fen, Hin­der­nis­se benen­nen und die Ein­schät­zung zur Ziel­er­rei­chung aktualisieren.
OKR Review und Retrospektive In der letz­ten Woche des Zyklus Ergeb­nis­se bewer­ten, Erkennt­nis­se doku­men­tie­ren und Ver­bes­se­run­gen für den nächs­ten Zyklus ableiten.

Die Zeit­an­ga­ben sind Ori­en­tie­rungs­wer­te. Ent­schei­dend ist ein ver­läss­li­cher Rhyth­mus, der zum Unter­neh­men und zu den Auf­ga­ben der Teams passt.

OKR Planning

Zu Beginn des Zyklus wer­den die Zie­le für die kom­men­den drei Mona­te fest­ge­legt. Dabei bil­den Visi­on, Mis­si­on und Stra­te­gie des Unter­neh­mens den Rah­men. Die Unter­neh­mens­zie­le wer­den zunächst geklärt und anschlie­ßend mit den Teams abgestimmt.

Die Teams ent­wi­ckeln ihre eige­nen Objec­ti­ves und Key Results. Sie berück­sich­ti­gen dabei die über­ge­ord­ne­ten Zie­le, brin­gen aber auch eige­ne Vor­schlä­ge und Kennt­nis­se aus ihrer täg­li­chen Arbeit ein. Das schafft eine Ver­bin­dung zwi­schen stra­te­gi­scher Aus­rich­tung und ope­ra­ti­ver Umsetzung.

Check-ins während des Zyklus

Wäh­rend des Zyklus wer­den die Fort­schrit­te regel­mä­ßig bespro­chen. In den Check-ins geht es dar­um, den aktu­el­len Stand zu ver­ste­hen, Hin­der­nis­se sicht­bar zu machen und not­wen­di­ge Ent­schei­dun­gen oder Unter­stüt­zungs­maß­nah­men abzuleiten.

Die Bespre­chun­gen soll­ten kurz und ergeb­nis­ori­en­tiert sein. Sie die­nen nicht der indi­vi­du­el­len Leis­tungs­be­wer­tung, son­dern der gemein­sa­men Steue­rung der ver­ein­bar­ten Ziele.

OKR Review und Retrospektive

Am Ende des Zyklus wer­den die Key Results aus­ge­wer­tet. Dabei wird geprüft, wel­che Ergeb­nis­se erreicht wur­den und wel­che nicht. Eben­so wich­tig ist die anschlie­ßen­de Retro­spek­ti­ve: Was hat die Ziel­er­rei­chung unter­stützt? Wel­che Hin­der­nis­se sind auf­ge­tre­ten? Was soll­te im nächs­ten Zyklus anders gemacht werden?

Die Erkennt­nis­se wer­den doku­men­tiert und flie­ßen in die nächs­te Pla­nung ein. Feh­ler und nicht erreich­te Zie­le sind dabei Anläs­se, Ursa­chen zu ver­ste­hen und den Pro­zess zu verbessern.

Scoring und Confidence Level

Vie­le OKR-Imple­men­tie­run­gen bewer­ten Key Results am Ende eines Zyklus auf einer Ska­la von 0,0 bis 1,0. Ein Wert von 1,0 steht für die voll­stän­di­ge Errei­chung des ver­ein­bar­ten Ergeb­nis­ses. Ein Wert von 0,7 wird häu­fig als gro­ber Ori­en­tie­rungs­wert für ambi­tio­nier­te Zie­le ver­wen­det – nicht als all­ge­mein­gül­ti­ge Vorgabe.

Sehr hohe Wer­te kön­nen dar­auf hin­deu­ten, dass Zie­le zu wenig anspruchs­voll waren. Nied­ri­ge Wer­te kön­nen auf unrea­lis­ti­sche Zie­le, feh­len­de Res­sour­cen oder uner­war­te­te Hin­der­nis­se hin­wei­sen. Der Score allein erklärt jedoch nicht, war­um ein Ziel erreicht oder ver­fehlt wur­de. Dafür ist die gemein­sa­me Aus­wer­tung entscheidend.

Ergän­zend kann wäh­rend des Zyklus ein Con­fi­dence Level genutzt wer­den. Dabei schätzt das Team regel­mä­ßig ein, wie zuver­sicht­lich es ist, die ver­ein­bar­ten Ergeb­nis­se zu errei­chen. Sinkt die Zuver­sicht, wird früh­zei­tig sicht­bar, dass Unter­stüt­zung, eine Ent­schei­dung oder eine Anpas­sung erfor­der­lich sein könnte.

Hierarchische Ebenen und Alignment

OKR ent­fal­tet sei­ne Wir­kung, wenn die ver­schie­de­nen Ebe­nen der Orga­ni­sa­ti­on mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Unter­neh­mens­zie­le geben die stra­te­gi­sche Rich­tung vor. Die Teams lei­ten dar­aus ihre eige­nen Bei­trä­ge ab und machen damit deut­lich, wie sie zur gemein­sa­men Ent­wick­lung beitragen.

Unternehmens-OKRs

Auf Unter­neh­mens­ebe­ne wer­den die stra­te­gi­schen Prio­ri­tä­ten fest­ge­legt. Sie geben den Rah­men für die nach­fol­gen­den Ebe­nen vor und wer­den regel­mä­ßig über­prüft. Ein jähr­li­cher Stra­te­gie­ho­ri­zont kann dabei mit kür­ze­ren OKR-Zyklen ver­bun­den werden.

Team- und Abteilungs-OKRs

Team­zie­le soll­ten erkenn­bar zur Umset­zung der Unter­neh­mens­zie­le bei­tra­gen. Als gro­be Ori­en­tie­rung kön­nen 60 bis 80 % der Team­zie­le aus den über­ge­ord­ne­ten Zie­len abge­lei­tet wer­den, wäh­rend 20 bis 40 % Raum für eige­ne Initia­ti­ven des Teams lassen.

Die­se Auf­tei­lung ist kei­ne star­re Regel. Ent­schei­dend ist, dass sowohl die gemein­sa­me Aus­rich­tung als auch die fach­li­che Eigen­ver­ant­wor­tung der Teams erhal­ten bleiben.

Individuelle OKRs

Indi­vi­du­el­le OKRs sind nicht zwin­gend erfor­der­lich. Gera­de bei der Ein­füh­rung der Metho­de ist es häu­fig sinn­voll, zunächst auf Unter­neh­mens- und Team­ebe­ne zu arbei­ten. Indi­vi­du­el­le Zie­le kön­nen die Abstim­mung unnö­tig kom­pli­zie­ren und das Risi­ko erhö­hen, dass OKR mit der per­sön­li­chen Leis­tungs­be­ur­tei­lung ver­wech­selt wird.

Wich­tig ist die kla­re Tren­nung: OKR soll die gemein­sa­me Ziel­er­rei­chung unter­stüt­zen und nicht als unmit­tel­ba­res Instru­ment zur indi­vi­du­el­len Bewer­tung oder Bonus­be­rech­nung dienen.

OKR im Vergleich zu anderen Führungssystemen

OKR steht nicht im Wider­spruch zu ande­ren Manage­ment- und Steue­rungs­in­stru­men­ten. Die Metho­den haben unter­schied­li­che Schwer­punk­te und kön­nen sich sinn­voll ergänzen.

Sys­tem Cha­rak­te­ris­tik Ein­ord­nung
Manage­ment by Objec­ti­ves (MbO) Ziel­ver­ein­ba­run­gen, häu­fig mit län­ge­rem Zeithorizont Kann kla­re Ver­ant­wort­lich­kei­ten schaf­fen; bei star­ren Jah­res­zie­len fehlt jedoch unter Umstän­den die Mög­lich­keit zur regel­mä­ßi­gen Anpassung.
Balan­ced Scorecard Stra­te­gi­sche Steue­rung anhand ver­schie­de­ner Per­spek­ti­ven und Kennzahlen Hilf­reich, um Stra­te­gie und Kenn­zah­len mit­ein­an­der zu ver­bin­den; die Pfle­ge kann ver­gleichs­wei­se auf­wen­dig sein.
KPI-Sys­te­me Lau­fen­de Beob­ach­tung ope­ra­ti­ver Kennzahlen Zei­gen, wie sich das Geschäft ent­wi­ckelt. Sie legen für sich genom­men aber nicht fest, wel­che Ver­än­de­rung als Nächs­tes erreicht wer­den soll.
OKR Weni­ge, ambi­tio­nier­te Zie­le mit mess­ba­ren Ergeb­nis­sen und kur­zen Zyklen Unter­stützt die Prio­ri­sie­rung, die Umset­zung von Ver­än­de­run­gen und die regel­mä­ßi­ge Abstim­mung. Bestehen­de Kenn­zah­len­sys­te­me kön­nen wei­ter genutzt werden.

OKR und KPI

OKR ersetzt kei­ne ope­ra­ti­ven KPIs, son­dern ergänzt sie. KPIs mes­sen bei­spiels­wei­se Umsatz, Lie­fer­fä­hig­keit, Kos­ten oder Kun­den­zu­frie­den­heit im lau­fen­den Geschäft. OKR beschreibt dage­gen, wel­che geziel­te Ver­än­de­rung erreicht wer­den soll.

Ein KPI kann etwa zei­gen, dass die Lie­fer­zeit zu hoch ist. Ein OKR kann dar­aus das Ziel ablei­ten, die Lie­fer­zeit inner­halb eines Quar­tals deut­lich zu redu­zie­ren, und über Key Results fest­le­gen, wor­an der Fort­schritt gemes­sen wird.

OKR und Management by Objectives (MbO)

Auch OKR und MbO arbei­ten mit Zie­len. OKR setzt jedoch typi­scher­wei­se auf kür­ze­re Zyklen, eine höhe­re Trans­pa­renz und eine stär­ke­re Kon­zen­tra­ti­on auf weni­ge Prio­ri­tä­ten. Zudem soll­te die Bewer­tung der OKRs nicht unmit­tel­bar an indi­vi­du­el­le Bonus­zah­lun­gen gekop­pelt wer­den, da dies die Bereit­schaft zu ambi­tio­nier­ten Zie­len beein­träch­ti­gen kann.

OKR und Balanced Scorecard

Die Balan­ced Score­card hilft dabei, eine Stra­te­gie anhand unter­schied­li­cher Per­spek­ti­ven und Kenn­zah­len abzu­bil­den. OKR eig­net sich beson­ders dazu, kon­kre­te Ver­än­de­run­gen und Prio­ri­tä­ten für einen über­schau­ba­ren Zeit­raum zu defi­nie­ren. Bei­de Ansät­ze kön­nen kom­bi­niert wer­den: Die Balan­ced Score­card bil­det den stra­te­gi­schen Rah­men, wäh­rend OKRs ein­zel­ne Ent­wick­lungs­zie­le konkretisieren.

Typische Fehler und Missverständnisse

Die Ein­füh­rung von OKR schei­tert häu­fig nicht an der For­mu­lie­rung der Zie­le, son­dern an der Umset­zung im All­tag. Die fol­gen­den Feh­ler soll­ten ver­mie­den werden.

Feh­ler Erschei­nungs­form Lösungs­an­satz
OKR als To-do-Liste Key Results beschrei­ben Akti­vi­tä­ten statt mess­ba­rer Ergebnisse. Key Results als über­prüf­ba­re Ergeb­nis­se for­mu­lie­ren. Maß­nah­men wer­den sepa­rat geplant.
OKR als Bonusinstrument Die Ziel­er­rei­chung wird unmit­tel­bar mit varia­bler Ver­gü­tung verknüpft. OKR als Instru­ment der gemein­sa­men Steue­rung nut­zen und von der indi­vi­du­el­len Leis­tungs­be­wer­tung trennen.
Zu vie­le OKRs Zu vie­le Zie­le wer­den gleich­zei­tig als beson­ders wich­tig behandelt. Kon­se­quent prio­ri­sie­ren und sich auf weni­ge Objec­ti­ves konzentrieren.
Set and Forget Nach der Pla­nung wer­den die Zie­le nicht mehr besprochen. Ver­bind­li­che Check-ins ein­füh­ren und Fort­schrit­te regel­mä­ßig prüfen.
Rei­nes Top-down-Vorgehen Alle Zie­le wer­den vor­ge­ge­ben, ohne die Teams einzubeziehen. Stra­te­gi­sche Leit­plan­ken set­zen und den Teams Raum für eige­ne Bei­trä­ge lassen.
Tool vor Methode Eine spe­zi­el­le Soft­ware wird ein­ge­führt, bevor der Pro­zess ver­stan­den ist. Zunächst den Ablauf und die Ver­ant­wort­lich­kei­ten klä­ren. Für den Ein­stieg reicht oft eine Tabelle.

Welche Tools werden für OKR benötigt?

Ein OKR-Tool kann dabei hel­fen, Zie­le trans­pa­rent zu doku­men­tie­ren, Fort­schrit­te nach­zu­ver­fol­gen und Ergeb­nis­se aus­zu­wer­ten. Dafür gibt es ver­schie­de­ne Soft­ware­lö­sun­gen. Eine spe­zi­el­le Anwen­dung ist für die Ein­füh­rung der Metho­de jedoch nicht zwin­gend erforderlich.

Gera­de in klei­ne­ren Unter­neh­men kann eine Excel-Vor­la­ge aus­rei­chen. Ent­schei­dend ist, dass die Zie­le für die Betei­lig­ten nach­voll­zieh­bar doku­men­tiert sind und die ver­ein­bar­ten Check-ins tat­säch­lich stattfinden.

OKR-Excel-Vor­la­ge herunterladen

Quellen und weiterführende Informationen

Fazit

OKR hilft Unter­neh­men, stra­te­gi­sche Zie­le in kon­kre­te Ergeb­nis­se zu über­set­zen und die Umset­zung regel­mä­ßig zu über­prü­fen. Die Metho­de schafft Trans­pa­renz, unter­stützt die Prio­ri­sie­rung und för­dert die Zusam­men­ar­beit zwi­schen den ver­schie­de­nen Ebe­nen einer Organisation.

Der Erfolg hängt aller­dings nicht von einer Vor­la­ge oder einer Soft­ware ab. Ent­schei­dend sind weni­ge, sinn­voll for­mu­lier­te Zie­le, mess­ba­re Key Results, die Ein­bin­dung der Teams und ein ver­läss­li­cher Rhyth­mus aus Pla­nung, Über­prü­fung und Aus­wer­tung. Wer damit beginnt, kann zunächst mit ein­fa­chen Mit­teln arbei­ten und den Pro­zess schritt­wei­se weiterentwickeln.

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