Zahlverfahren – Was kostet das Bezahlen im Internet wirklich?

publiziert am 30. September 2014 von Winfried Eitel

Mittlerweile steht für Online-Händler ei­ne Vielzahl an un­ter­schied­li­chen Zahlverfahren zur Verfügung, die sich nicht nur in Bezug auf die Akzeptanz bei den Kunden, das Zahlungsausfallrisiko und die Kosten stark von­ein­an­der un­ter­schei­den.

Zahlverfahren im Internet

Welche Zahlverfahren bie­ten Sie Ihren Kunden an?

Gerade die Kosten sind ein wich­ti­ges Auswahlkriterium für die an­ge­bo­te­nen Zahlungsverfahren.

Anforderungskriterien an Zahlverfahren

Entscheidungskriterien-Zahlverfahren

Was sind aus Ihrer Sicht die drei wich­tigs­ten Anforderungen beim Einsatz ei­nes Zahlverfahrens?

 

Zahlungsstörungen und -ausfälle sind abhängig vom Zahlverfahren

Bei „Zahlung auf Rechnung“ tre­ten bei 8,5 % der Bestellungen ei­ne Zahlungsverzögerung auf. Wenig über­ra­schend, dass die­se Zahlungsart da­mit Spitzenreiter ist. Aber auch „Lastschrift“ (5,5 %), „Vorkasse per Überweisung“ (5,1 %) oder Nachnahme (4,8 %) sind nicht so stö­rungs­frei wie viel­leicht ge­dacht. Spitzenreiter sind „SOFORT-Überweisung“ und „Bezahlen über Amazon“ mit je­weils 1,3 %.

Direkte und indirekte Kosten

Zu den di­rek­ten Kosten zäh­len bei­spiels­wei­se die Transaktionsgebühren. Klar. Aber was hat man sich un­ter den in­di­rek­ten Kosten ei­nes Zahlverfahrens vor­zu­stel­len? Hierzu ge­hö­ren u.a. die ver­ur­sach­ten Zahlungsausfälle, Kosten für Warenreservierungen, aber auch Kosten für Währungsumrechnungen oder schlicht der Aufwand in der ei­ge­nen Buchhaltung.

Erstaunlich, aber oft nicht be­ach­tet: Die in­di­rek­ten Kosten sind bei ei­ni­gen Zahlungsverfahren hö­her als die vom Dienstleister in Rechnung ge­stell­ten Gebühren.

Kostenfaktoren von Zahlverfahren

Betrachtet man die re­le­van­ten Kostenfaktoren in der Reihenfolge, in der sie beim ty­pi­schen Bezahlvorgang an­fal­len, so er­gibt sich fol­gen­des Bild:

  • Einrichtungs- und Integrationskosten
    ein­ma­li­ge Gebühren, Installationskosten, Schnittstellen, Softwareanpassung
    (nicht in Kostenbetrachtung ent­hal­ten, da sehr un­ter­neh­mens­in­di­vi­du­ell)
  • Direkte Kosten
    Gebühren an den Verfahrensanbieter, um­satz­ab­hän­gig oder fix je Transaktion, mo­nat­li­che Grundgebühren, Payment Service Provider
  • Kosten des Risikomanagements
    Bonitätsprüfung, Adressverifizierung, Prüfung der Bestellhistorie oder ty­pi­scher Betrugsmuster
  • Opportunitätskosten durch ver­zö­ger­te Zahlungseingänge
    Zinsverluste durch ver­zö­ger­ten Zahlungseingang, Warenreservierungen
  • Kosten durch Leistungsstörungen
    nicht frist­ge­rech­te oder un­voll­stän­di­ge Zahlungseingang, Zahlungsausfälle
  • Kosten des Debitoren-/Forderungsmanagements
    ma­nu­el­les Nachbearbeiten, Forderungsausgleich, Mahn- und Inkassomaßnahmen
  • Kosten durch Retouren
    Gutschriftenerstellung, Rückabwicklung der Zahlungen

Gesamtkosten der Zahlverfahren im Beispielfall

Ausgehend von ei­nem Basisfall, der sich als Durchschnittswert der Stichprobe er­ge­ben hat­te, wur­den die Gesamtkosten je Zahlungsverfahren er­mit­telt:

Gesamtkosten Zahlungsverfahren

Ermittlung der Gesamtkosten je Zahlverfahren

Die un­ter­schied­lich ho­hen Anteile der in­di­rek­ten Kosten ver­än­dern das Ranking der güns­tigs­ten Zahlungsarten ge­wal­tig.

Anteile der Kostengruppen an  den Gesamtkosten

Anteile der Kostengruppen an den Gesamtkosten

 

Reihenfolge der Zahlverfahren nach Höhe ihrer Kosten

Die "gefühlte" und die tatsächliche Reihenfolge der Zahlverfahren nach gesamten Kosten

Die “ge­fühl­te” und die tat­säch­li­che Reihenfolge der Zahlverfahren nach ge­sam­ten Kosten

Fazit

Die Gesamtkosten, die sich aus Zahlungsverfahren er­ge­ben, sind oft un­er­war­tet hoch. Wer nur die di­rek­ten Kosten be­trach­tet, schätzt die Gesamtkosten falsch ein. Auch Zahlungsarten mit ho­hen di­rek­ten Kosten (z.B. Lastenschriften über ei­nen Dienstleister) kön­nen sich rech­nen, da dann die ho­hen Folgekosten für z.B. Zahlungsstörungen, Inkassomaßnahmen etc. ent­fal­len kön­nen.

 

Quellen/Links:

ibi re­se­arch 2014: Gesamtkosten von Zahlungsverfahren – Was kos­tet das Bezahlen im Internet wirk­lich? (www.ibi.de) (pdf, 68 Seiten)

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