Finanzplanung – auch für Privatleute eine wichtige Aufgabe

zuletzt aktualisiert am 21. September 2017 von Winfried Eitel

Private Finanzplanung„Finanzplanung müssen nur Unternehmer machen!“

Diese Aussage höre ich häufig – auch in meinem Bekanntenkreis. Aber ohne eine ganzheitliche private Finanzplanung ist Peter Zwegat nicht fern. Gerade auch für weniger Vermögende. Denn bei ihnen wirken sich „Störfälle“ viel unmittelbarer auf den Lebensstandard aus.

Finanzplanung für jedermann

Bereits die Planung der monatlichen Einnahmen und Ausgaben ist eigentlich schon eine – kurzfristige – Finanzplanung. Auch wer in einen Bausparvertrag einzahlt, plant doch in die Zukunft. Natürlich gehört zur ganzheitlichen Betrachtung der privaten Finanzen noch mehr:

  • Absicherung persönlicher Risiken (Tod, Unfall, Krankheit, Berufsunfähigkeit)
  • Absicherung von Haftungsrisiken
  • Altersvorsorge
  • Immobilienfinanzierung

Bereits 1995 hat die Deutsche Gesellschaft für Finanzplanung e.V. die Grundsätze ordnungsgemäßer Finanzplanung (GOF) festgelegt. Diese Standards sind mittlerweile in Gesetzen undp Verordnungen übernommen worden und sind im Markt anerkannt.

Fünf Phasen der Finanzplanung

Eine Finanzplanung erfolgt nach GOF in fünf Phasen. Das kann bei unterschiedlichen Einnahmequellen und einer hohen Zahl von Versicherungspolicen eine zeitfressende Aufgabe sein. Vor allem die Datenbeschaffung hält viele Privatleute davon ab, die eigenen Finanzen in den Griff zu bekommen.

Ganzheitliche Finanzplanung

Entscheidend für eine erfolgreiche Finanzplanung ist stets der ganzheitliche Blick auf die jetzige Situation, die erwarteten und geplanten Entwicklungen sowie die Berücksichtigung von unangenehmen Überraschungen. Außerdem ändern sich Ziele und Wünsche mit dem Zeitablauf. Die finanzielle Situation muss darauf flexibel anzupassen sein. Aus Unwissenheit, Leichtfertigkeit oder mangeldem „Kümmern“ eintretende Schieflagen können Ihr Leben auf den Kopf stellen.

Beispiel: das geplante Eigenheim wird teuer als ursprünglich im Budget vorgesehen. Jetzt müssen Sie entweder den Gürtel enger schnallen oder Sie versuchen, mehr Geld zu verdienen. Steigende berufliche Belastungen führen ggf. zu Spannungen in der Familie bis hin zur Trennung. Den danach entstehende Finanzkollaps kennt  jeder entweder aus eigener Erfahrung oder aus Erzählungen. Finanzielle Fragen und das eigene Wohlbefinden sind eng miteinander verknüpft. Ohne Geld ist alles nichts! (Ok – noch wichtiger ist Gesundheit!)

Ziele der Finanzplanung

Damit eine seriöse Prognose erstellt werden kann,  brauchen Sie eine Aufstellung Ihres Vermögens und Ihrer Schulden. Die Vermögensaufstellung muss möglichst detailliert sein, damit liquide (z.B. Wertpapiere) und weniger liquide (z.B. Eigentumswohnung) Teile betrachtet werden können.

Wesentlich ist natürlich auch die Aufstellung der laufenden Einnahmen und Ausgaben Ihres Haushaltes. Welche weiteren Zahlungsverpflichtungen (z.B. Rückzahlung BAFÖG) bestehen?

Durch diese Transparenz erhalten Sie Entscheidungssicherheit in den relevanten Themenbereichen:

  • Familienabsicherung (Simulation von Problemsituationen, Krankheit, Berufsunfähigkeit, Unfall, Tod);
  • Nachfolge- und Erbschaftsplanung im Sinne gerechter Erbaufteilung und zur Optimierung wie Eingriff der unterschiedlichen Steuerarten.
  • Altersvorsorge (Aufbau, Optimierung und steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten);
  • Finanzierungen (Belastungsgrenzen beachten, Umschuldungen, Optimierungen  )
  • Vermögensplanung (Strukturierung, Fristen und an Risikoneigung angepasste Geldanlage, Auswirkung von steuerlichen Einflüssen);

Zukunft ist nicht vorhersehbar. Die Finanzplanung muss deshalb auf die Wechselfälle des Lebens so gut wie möglich vorsorgen, auf nachvollziehbaren Grundsätzen aufbauen und den Anleger nicht entmündigen.

Diesem Thema werde ich mich in einem der nächsten Beiträge widmen.

 

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