Was ist ein Businessplan?

zuletzt aktualisiert am 29. Januar 2018 von Winfried Eitel
Warum schreibt man einen Businessplan und wie sollte er aufgebaut sein? Ist ein Businessplan-Template sinnvoll?

Businessplan: die Er­stellung ihres Busi­ness­planes ist für viele Gründer die große Heraus­forderung. Die erste Hürde ist meist schon die Frage, wozu man “sowas” überhaupt braucht. Wenn das beantwortet ist, muss geklärt werden, was ein Businessplan enthalten sollte.

1. Begriff

Mit dem neudeutschen Wort “Businessplan” ist das schriftlich formulierte Geschäftskonzept eines neu zu gründenden Unternehmens gemeint.

2. Adressaten des Businessplan

Viele Gründer erstellen den Businessplan nur, weil externe Partner (Banken, Agentur für Arbeit etc.) das von ihnen verlangen. Natürlich wollen Banken, mögliche Investoren und künftige Geschäftspartner über das neue Unternehmen, über das Geschäftsmodell und die Finanzplanung informiert werden.

Unterschätzt wird aber häufig, dass der Gründer selber der eigentlich wichtigste “Adressat” des Businessplanes ist. Durch das schriftliche Fixieren seiner Gedanken wird er gezwungen, eine systematische Analyse der eigenen Geschäftsidee durchzuführen und eine sinnvolle Vorgehensweise zu planen.

3. Inhalte eines Businessplans

Eine typische Gliederung eines Businessplans umfasst folgende Abschnitte:

  • Zusammenfassung (Executive Summary),
  • Persönliche Daten und Motivation der Gründer,
  • Darstellung der Geschäftsidee und des Nutzens für die Kunden (Alleinstellungsmerkmale),
  • Kundenbeschreibung (Zielgruppe) und Marketingplanung,
  • Wettbewerbsvergleich,
  • Erläuterung der Einkaufs- bzw. Produktionsplanung,
  • Unternehmensorganisation und Personalplanung,
  • Begründung der Standort- und Rechtsformwahl,
  • Finanzplanung und Anhang.

Jeder Punkt der Gliederung kann weiter verfeinert und an die jeweilige Geschäftsidee individuell angepasst werden.

4. Finanzplanung

In der Finanzplanung laufen die Fäden der unterschiedlichen  Einzelpläne wieder zusammen. Die zahlenmäßigen, finanztechnischen  Auswirkungen der  geplanten Tätigkeiten werden ermittelt und dargestellt. Die Finanzplanung besteht aus der Kapitalbedarfsermittlung, der Gewinn- und Verlustplanung und der Liquiditätsrechnung.

Für Investoren und Kreditgeber ist die Finanzplanung nach der Executive Summary und den persönlichen Daten der Gründer der wichtigste Bestandteil des Businessplans. Nur wer genaue Vorstellungen über die Marksituation hat, kann Produktpreise, Absatzmengen und seine Kosten richtig abschätzen.

Hieraus ergibt sich die Tragfähigkeit der geplanten Geschäftsidee. Nur wenn dauerhaft Gewinne erzielt werden – also die Umsätze die Kosten übersteigen – ist das Unternehmenskonzept tragfähig. Ebenso wichtig wie die Gewinnplanung ist die Planung des Kapitalbedarfs und der Liquidität des neuen Unternehmens. Der Kapitalbedarf ergibt sich aus dem Investitionsbedarf plus dem Bedarf an Betriebsmitteln sowie der erforderlichen Kapitalreserve (dem Puffer).

Abgeleitet aus den anderen Teilplanungen wird die Liquiditätsplanung erstellt. Sie verschafft den Überblick, ob die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens jederzeit abgesichert ist. Finanzierungsfehler lassen sich so schon im Vorfeld feststellen und beseitigen.

5. Chancen- und Risikoanalyse

In keinem Businessplan sollte eine umfassende Risikoanalyse fehlen. Welches sind die größten Risiken für das junge Unternehmen? Mit welchen Maßnahmen kann im Fall der Fälle gegengesteuert werden? Idealerweise werden verschiedene Szenarien aufgezeigt.

Beantworten werden sollte auch die Frage, welche Annahmen der bisherigen Finanzrechnungen besonders sensitiv sind. Also bei welchen Stellschrauben schon kleine Änderungen zu deutlich anderen Ergebnissen führen können.

6. Formale Gestaltung des Businessplans

Businesspläne sind keine Diplom- oder Doktorarbeiten. Er muss kurz sein, weil Investoren keine langen Texte lesen wollen. Im Normalfall umfasst ein Businessplan nicht mehr als 25 bis 30 Seiten. (Zusätzlich können 10-15 Seiten Anhang folgen). Wie dargestellt, handelt es sich um Selbstinformationsinstrumente für die Gründer bzw. Marketingdokumente für Investoren und Kapitalgeber. Entsprechend müssen sie auch geschrieben werden.

Ein Businessplan muss die Leser begeistern und die Vorstellungskraft wecken. Fachkauderwelsch stört dabei nur. Die Geschäftsidee muss ganz klar und einfach dargestellt werden. Insbesondere potenzielle Investoren müssen erkennen können, dass der Jungunternehmer sein Geschäft genau verstanden hat und dass er die wesentlichen Chancen, aber auch die wesentlichen Risiken erkannt und verstanden hat.

Der Businessplan muss in seiner Gesamtheit die Kompetenz und die Entschlossenheit der Gründer nachweisen, die Geschäftsidee erfolgreich zu verwerten… ( es können dann noch 10 bis 15 Seiten Anhang dazukommen.)

Zusammenfassung

Jede Gründersituation und jede Unternehmensgründung ist anders. Der Businessplan muss individuell auf das jeweilige Vorhaben abgestimmt sein. Businessplan-Templates und Downloads aus dem Internent helfen – wenn überhaupt – nur scheinbar weiter. Die wichtigste Komponente fehlt nämlich: das Durchdenken und Planen der eigenen Geschäftstätigkeit.

Spätestens im Finanzierungsgespräch fällt dieses Manko auf. Wer auf Fragen der Kapitalgeber keine plausiblen und fundierten Antworten geben kann, für den ist das Gespräch ziemlich schnell beendet. Die Chance auf einen zweiten Termin ist dann meistens Null.

Zur individuellen Vorbereitung auf Ihre Gründung und das Verfassen des Businessplans können Sie sich den Fragenkatalog für Existengründer herunterladen.

Winfried Eitel

Betriebswirtschaftliche Beratung und Dienstleistung bei amortisat' e.K.
0 Kommentare zu “Was ist ein Businessplan?
1 Pings/Trackbacks für "Was ist ein Businessplan?"
  1. […] Wün­sche ihrer Kun­den reagie­ren. Ein zu star­res Fest­hal­ten an den Bedin­gun­gen des Busi­ness­plans ist da […]

Kommentar verfassen

Top
%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite (auch durch Scrollen oder Klicken des Menüs) stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen