Was ist ein Businessplan?

zuletzt aktualisiert am 12. Januar 2016 von Winfried Eitel
Warum schreibt man einen Businessplan und wie sollte er aufgebaut sein? Ist ein Businessplan-Template sinnvoll?

Businessplan: die Er­stellung ih­res Busi­ness­planes ist für vie­le Gründer die gro­ße Heraus­forderung. Die ers­te Hürde ist meist schon die Frage, wo­zu man “so­was” über­haupt braucht. Wenn das be­ant­wor­tet ist, muss ge­klärt wer­den, was ein Businessplan ent­hal­ten soll­te.

1. Begriff

Mit dem neu­deut­schen Wort “Businessplan” ist das schrift­lich for­mu­lier­te Geschäftskonzept ei­nes neu zu grün­den­den Unternehmens ge­meint.

2. Adressaten des Businessplan

Viele Gründer er­stel­len den Businessplan nur, weil ex­ter­ne Partner (Banken, Agentur für Arbeit etc.) das von ih­nen ver­lan­gen. Natürlich wol­len Banken, mög­li­che Investoren und künf­ti­ge Geschäftspartner über das neue Unternehmen, über das Geschäftsmodell und die Finanzplanung in­for­miert wer­den.

Unterschätzt wird aber häu­fig, dass der Gründer sel­ber der ei­gent­lich wich­tigs­te “Adressat” des Businessplanes ist. Durch das schrift­li­che Fixieren sei­ner Gedanken wird er ge­zwun­gen, ei­ne sys­te­ma­ti­sche Analyse der ei­ge­nen Geschäftsidee durch­zu­füh­ren und ei­ne sinn­vol­le Vorgehensweise zu pla­nen.

3. Inhalte eines Businessplans

Eine ty­pi­sche Gliederung ei­nes Businessplans um­fasst fol­gen­de Abschnitte:

  • Zusammenfassung (Executive Summary),
  • Persönliche Daten und Motivation der Gründer,
  • Darstellung der Geschäftsidee und des Nutzens für die Kunden (Alleinstellungsmerkmale),
  • Kundenbeschreibung (Zielgruppe) und Marketingplanung,
  • Wettbewerbsvergleich,
  • Erläuterung der Einkaufs- bzw. Produktionsplanung,
  • Unternehmensorganisation und Personalplanung,
  • Begründung der Standort- und Rechtsformwahl,
  • Finanzplanung und Anhang.

Jeder Punkt der Gliederung kann wei­ter ver­fei­nert und an die je­wei­li­ge Geschäftsidee in­di­vi­du­ell an­ge­passt wer­den.

4. Finanzplanung

In der Finanzplanung lau­fen die Fäden der un­ter­schied­li­chen  Einzelpläne wie­der zu­sam­men. Die zah­len­mä­ßi­gen, fi­nanz­tech­ni­schen  Auswirkungen der  ge­plan­ten Tätigkeiten wer­den er­mit­telt und dar­ge­stellt. Die Finanzplanung be­steht aus der Kapitalbedarfsermittlung, der Gewinn- und Verlustplanung und der Liquiditätsrechnung.

Für Investoren und Kreditgeber ist die Finanzplanung nach der Executive Summary und den per­sön­li­chen Daten der Gründer der wich­tigs­te Bestandteil des Businessplans. Nur wer ge­naue Vorstellungen über die Marksituation hat, kann Produktpreise, Absatzmengen und sei­ne Kosten rich­tig ab­schät­zen.

Hieraus er­gibt sich die Tragfähigkeit der ge­plan­ten Geschäftsidee. Nur wenn dau­er­haft Gewinne er­zielt wer­den – al­so die Umsätze die Kosten über­stei­gen – ist das Unternehmenskonzept trag­fä­hig. Ebenso wich­tig wie die Gewinnplanung ist die Planung des Kapitalbedarfs und der Liquidität des neu­en Unternehmens. Der Kapitalbedarf er­gibt sich aus dem Investitionsbedarf plus dem Bedarf an Betriebsmitteln so­wie der er­for­der­li­chen Kapitalreserve (dem Puffer).

Abgeleitet aus den an­de­ren Teilplanungen wird die Liquiditätsplanung er­stellt. Sie ver­schafft den Überblick, ob die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens je­der­zeit ab­ge­si­chert ist. Finanzierungsfehler las­sen sich so schon im Vorfeld fest­stel­len und be­sei­ti­gen.

5. Chancen- und Risikoanalyse

In kei­nem Businessplan soll­te ei­ne um­fas­sen­de Risikoanalyse feh­len. Welches sind die größ­ten Risiken für das jun­ge Unternehmen? Mit wel­chen Maßnahmen kann im Fall der Fälle ge­gen­ge­steu­ert wer­den? Idealerweise wer­den ver­schie­de­ne Szenarien auf­ge­zeigt.

Beantworten wer­den soll­te auch die Frage, wel­che Annahmen der bis­he­ri­gen Finanzrechnungen be­son­ders sen­si­tiv sind. Also bei wel­chen Stellschrauben schon klei­ne Änderungen zu deut­lich an­de­ren Ergebnissen füh­ren kön­nen.

6. Formale Gestaltung des Businessplans

Businesspläne sind kei­ne Diplom- oder Doktorarbeiten. Er muss kurz sein, weil Investoren kei­ne lan­gen Texte le­sen wol­len. Im Normalfall um­fasst ein Businessplan nicht mehr als 25 bis 30 Seiten. (Zusätzlich kön­nen 10-15 Seiten Anhang fol­gen). Wie dar­ge­stellt, han­delt es sich um Selbstinformationsinstrumente für die Gründer bzw. Marketingdokumente für Investoren und Kapitalgeber. Entsprechend müs­sen sie auch ge­schrie­ben wer­den.

Ein Businessplan muss die Leser be­geis­tern und die Vorstellungskraft we­cken. Fachkauderwelsch stört da­bei nur. Die Geschäftsidee muss ganz klar und ein­fach dar­ge­stellt wer­den. Insbesondere po­ten­zi­el­le Investoren müs­sen er­ken­nen kön­nen, dass der Jungunternehmer sein Geschäft ge­nau ver­stan­den hat und dass er die we­sent­li­chen Chancen, aber auch die we­sent­li­chen Risiken er­kannt und ver­stan­den hat.

Der Businessplan muss in sei­ner Gesamtheit die Kompetenz und die Entschlossenheit der Gründer nach­wei­sen, die Geschäftsidee er­folg­reich zu ver­wer­ten… ( es kön­nen dann noch 10 bis 15 Seiten Anhang da­zu­kom­men.)

Zusammenfassung

Jede Gründersituation und je­de Unternehmensgründung ist an­ders. Der Businessplan muss in­di­vi­du­ell auf das je­wei­li­ge Vorhaben ab­ge­stimmt sein. Businessplan-Templates und Downloads aus dem Internent hel­fen – wenn über­haupt – nur schein­bar wei­ter. Die wich­tigs­te Komponente fehlt näm­lich: das Durchdenken und Planen der ei­ge­nen Geschäftstätigkeit.

Spätestens im Finanzierungsgespräch fällt die­ses Manko auf. Wer auf Fragen der Kapitalgeber kei­ne plau­si­blen und fun­dier­ten Antworten ge­ben kann, für den ist das Gespräch ziem­lich schnell be­en­det. Die Chance auf ei­nen zwei­ten Termin ist dann meis­tens Null.

Zur in­di­vi­du­el­len Vorbereitung auf Ihre Gründung und das Verfassen des Businessplans kön­nen Sie sich den Fragenkatalog für Existengründer her­un­ter­la­den.

Veröffentlicht in Businessplan, Gründercoaching

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