Unternehmensnachfolge: Immer öfter Fehlanzeige! – DIHK-Nachfolgereport 2015

zuletzt aktualisiert am 10. April 2016 von Winfried Eitel
Ergebnis des vom DIHK zum Jahresende 2015 veröffentlichten Reports zur Unternehmensnachfolge.

Bei der Betriebs­über­ga­be im Zuge einer Unter­neh­mens­nach­fol­ge  sind die wich­tigs­ten Pro­ble­me:

  • der Demo­gra­fi­sche Fak­tor,
  • Qua­li­fi­ka­ti­ons­män­gel,
  • Finan­zie­rungs­pro­ble­me und
  • steu­er­li­che Belas­tun­gen.

Die Suche nach dem geeig­ne­ten Nach­fol­ger wer­de immer mehr zur “Suche nach der Nadel im Heu­hau­fen”. Der Gene­ra­ti­ons­wech­sel in deut­schen Betrie­ben wer­de vor allem durch die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung  erschwert. Zu die­sem Ergeb­nis kommt der DIHK in sei­nem vor kur­zem ver­öf­fent­lich­ten Report zur Unter­neh­mens­nach­fol­ge 2015. Für immer mehr Unter­neh­men ste­hen immer weni­ger poten­ti­el­le Nach­fol­ger zur Ver­fü­gung.

Schon heu­te fin­den vier von zehn Unter­neh­men kei­nen pas­sen­den Nach­fol­ger. Dies hat gra­vie­ren­de Aus­wir­kun­gen auf die geplan­te Alters­vor­sor­ge der Seni­or-Unter­neh­mer.

Gera­de im Indus­trie-Sek­tor ist die Lücke zwi­schen Ange­bot und mög­li­chen Inter­es­sen­ten beson­ders hoch. Nur 6 % der Nach­fra­ger kön­nen sich die Über­nah­me eines Indus­trie­be­trie­bes vor­stel­len. Die Kom­ple­xi­tät der Bewer­tung, feh­len­de Bran­chen­kennnt­nis­se und zu gerin­ges tech­ni­sches Know-how sind die häu­figs­ten Hemm­nis­se. Vie­le Inha­ber von Indus­trie­un­ter­neh­men sind manch­mal deren allei­ni­ge Know-how Trä­ger.

Für Exis­tenz­grün­der bleibt die Nach­fol­ge eine attrak­ti­ve Opti­on, die jedoch Zeit und finan­zi­el­le Mit­tel erfor­dert. Aller­dings haben auch etwa die Hälf­te der Exis­tenz­grün­der Schwie­rig­kei­ten, die Betriebs­über­nah­me finan­zi­ell dar­zu­stel­len bzw. die eige­ne Qua­li­fi­zie­rung reicht nicht aus, um den Betrieb lang­fris­tig erfolg­reich zu füh­ren.

Als “Spiel mit dem Feu­er” bewer­tet der DIHK zudem, dass gera­de ein­mal 30 Pro­zent der Unter­neh­mer einen “Not­fall­kof­fer” für die rei­bungs­lo­se Geschäfts­fort­füh­rung zusam­men­ge­stellt hat­ten. Und selbst von die­sen hält nur ein knap­pes Vier­tel die ent­spre­chen­den Unter­la­gen aktu­ell. Gera­de die­se Doku­men­te des Not­fall­kof­fers sind für einen poten­ti­el­len Käu­fer oft die ers­te Infor­ma­ti­ons­quel­le. Steht die­se nicht kurz­fris­tig zur Ver­fü­gung, sprin­gen die Inter­es­sen­ten oft­mals wie­der ab.

Wei­te­re Grün­de lie­gen auch dar­in, dass der Über­nah­me­pro­zess in sei­ner Kom­ple­xi­tät ein­fach unter­schätzt wird.  Die IHK emp­fiehlt Seni­or-Unter­neh­mern die­sen ide­al­ty­pi­schen Ablauf einer Unter­neh­mens­nach­fol­ge:

  1. etwa drei bis zehn Jah­re vor der Über­ga­be: “Die Braut schmü­cken”
  2. spä­tes­tens drei Jah­re vor Über­ga­be: Nach­fol­ger fin­den
  3. zwölf Mona­te vor Über­ga­be: Pro­zess der Über­ga­be star­ten
  4. Stun­de 0”: Inter­es­sen von Inha­ber, Fami­lie, Nach­fol­ger und Unter­neh­men sind gewahrt.

Wenn sich Unter­neh­mer recht­zei­tig mit ihrer Nach­fol­ge beschäf­tig­ten, bestehen gute Chan­cen ent­spre­chend geeig­ne­te Exis­tenz­grün­der zu fin­den und eine für bei­de Sei­ten pas­sen­de Ver­ein­ba­rung zu tref­fen.

Down­load des DIHK-Report zur Unter­neh­mens­nach­fol­ge 2015 als PDF-Datei

Down­load des DIHK-Report zur Unter­neh­mens­nach­fol­ge 2014  als PDF-Datei

Down­load des DIHK-Report zur Unter­neh­mens­nach­fol­ge 2013 als PDF-Datei

Winfried Eitel

Betriebswirtschaftliche Beratung und Dienstleistung bei amortisat' e.K.
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