Unternehmen in der Krise

zuletzt aktualisiert am 29. Januar 2016 von Winfried Eitel
Faktoren, die auf eine drohende Schieflage Ihrer Kunden und Lieferanten hindeuten können.

Meist ist es für Unternehmen schwie­rig, sich ein Bild über die Lage der ei­ge­nen Kunden und Lieferanten zu ma­chen. Selbst wenn der Geschäftspartner sei­ne Zahlen im Bundesanzeiger ver­öf­fent­li­chen muss, sind die­se meist so alt, dass sie für die ak­tu­el­le Situation kaum noch ei­ne Aussagekraft be­sit­zen.

Hier heißt es auf­ge­passt: es gibt ei­ne Reihe “wei­cher” Faktoren, die auf ei­ne dro­hen­de Schieflage ei­nes Unternehmens hin­deu­ten kön­nen.

Dabei soll­te man sich von ei­nem ein­zel­nen Faktor nicht ir­ri­tie­ren las­sen. Aber so­bald ei­ne ge­wis­se Häufung der Ereignisse ein­tritt ist höchs­te Vorsicht an­ge­sagt! Augen und Ohren auf! Versuchen Sie, wei­te­re Informationen aus dem Markt (“Branchengeflüster”) zu er­hal­ten.

Gerade der Außendienst kann hier wich­ti­ge Informationen lie­fern! Gibt es Hinweise und Beschwerden der Mitarbeiter Ihres Kunden?

Wenn Massenentlassungen oder Kurzarbeit auf­grund vor­han­de­ner Überkapazitäten dro­hen, dann ist die Krise be­reits da! Aber gibt es ei­nen un­er­war­te­ten Einstellungsstopp? Werden Mitarbeiter vor­zei­tig in den Ruhestand ent­las­sen? Haben qua­li­fi­zier­te Mitarbeiter be­reits sel­ber ge­kün­digt? Vielleicht weil frei­wil­li­ge Sozialleistungen ge­stri­chen wur­den?  Diese “Insider”-Informationen sind meist un­trüg­li­che Vorboten auf ei­ne Krise.

Auch un­er­war­tet ein­tref­fen­de Bestellungen un­üb­lich ho­her Mengen sind nicht im­mer ein Grund zur Freude: oft er­hält un­ser Kunde bei an­de­ren Lieferanten be­reits kei­ne Ware mehr ge­lie­fert. Versuchen Sie zu er­fah­ren, ob Konkurrenten nur noch ge­gen Vorkasse oder gar nicht mehr an die­sen Kunden lie­fern. Das ist oft ein Grund für häu­fi­ge Lieferantenwechsel. Hat der Kunde kürz­lich sei­ne Bankverbindung ge­än­dert oder kommt es be­reits zu nicht ver­ein­bar­ten Teil- bzw. Ratenzahlungen, so ist die höchs­te Alarmstufe er­reicht.

Manche Kunden ver­su­chen ih­re Zahlungsziele da­durch zu ver­län­gern, dass sie mit un­ge­recht­fer­tig­ten Reklamationen Zeit schin­den. Oder sie ver­su­chen gleich, Ihnen ei­nen Teil ih­res Fertigwarenbestandes zu­rück­zu­sen­den? Diese Waren sind schon et­was ver­al­tet und aus der Mode ge­kom­men? Wenn Sie das Thema an­schnei­den und mehr Informationen an­for­dern, er­hal­ten Sie oft über­trie­ben ag­gres­si­ve und un­an­ge­mes­se­ne Reaktionen?

Obwohl es kei­ne fes­te Regeln gibt, mit wel­chen Methoden ei­ne Unternehmenskrise fest­zu­stel­len ist, kann man mit Wachsamkeit und ei­nem ge­sun­den Misstrauen die Fehlentwicklungen meist gut im Voraus er­ken­nen und ent­spre­chen­de Vorsichtsmaßnahmen ein­lei­ten. Dazu ge­hört aber im­mer ein ge­wis­ses Fingerspitzengefühl, da­mit Sie ei­ne be­stehen­de Geschäftsbeziehung nicht un­nö­tig be­las­ten.

Veröffentlicht in Unternehmer

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