Unternehmensnachfolge: Alternative zur Existenzgründung

zuletzt aktualisiert am 30. November 2016 von Winfried Eitel

UnternehmensnachfolgeDie Exis­tenz­grün­dung durch den Kauf eines bestehen­den Unter­neh­mens ist eine inter­es­san­te Alter­na­ti­ve zur Exis­tenz­grün­dung “von Null”. Sie über­neh­men ein funk­tio­nie­ren­des Unter­neh­men und machen vom Start weg Umsatz. Bei einem am Markt eta­blier­ten Unter­neh­men sind Geschäfts­idee, Kun­den und Lie­fe­ran­ten vor­han­den. Auch Ihre Mit­ar­bei­ter wis­sen, was zu tun ist und müs­sen nicht erst ein­ge­ar­bei­tet wer­den.
Der Erfolg mit­tel­stän­di­scher Unter­neh­men ist fast immer von der Per­son ihres Inha­bers abhän­gig. Wech­selt die­ser, müs­sen (fast) alle Wei­chen neu gestellt wer­den.

Fragen zur Beurteilung eines Unternehmens

Wich­tigs­te Fra­ge, nach­dem Sie ein pas­sen­des Unter­neh­men gefun­den haben: Wie stark hängt die Kun­den­bin­dung von der bis­he­ri­gen Unter­neh­mer­per­sön­lich­keit ab? Kön­nen Sie als Nach­fol­ger in die­se “Fuß­stap­fen” tre­ten und die Kun­den bei der Stan­ge hal­ten?

Bei einer Unter­neh­mens­über­nah­me müs­sen Sie von Anfang an Ihr Kön­nen bewei­sen. Ihre Kun­den erwar­ten einen rei­bungs­lo­sen Über­gang: bestehen­de Anfra­gen müs­sen bear­bei­tet, bestehen­de Auf­trä­ge müs­sen erfüllt wer­den. Die Mit­ar­bei­ter müs­sen geführt wer­den.

Neh­men Sie sich aus­rei­chend Zeit, um das Unter­neh­men im Vor­feld ken­nen zu ler­nen. Las­sen Sie sich bei der Erstel­lung des neu­en Unter­neh­mens­kon­zep­tes bera­ten.

Aufgaben vor der Unternehmensübernahme

Es stel­len sich natur­ge­mäß vie­le wei­te­re Fra­gen und eine Rei­he von Auf­ga­ben müs­sen vor der Über­ga­be des Unter­neh­mens erle­digt wer­den:

  • Wie soll die Unter­neh­mens­nach­fol­ge orga­ni­siert wer­den?
  • Wel­cher Zeit­rah­men wird benö­tigt?
  • Wie kann man den Wert des Unter­neh­mens fest­stel­len?
  • Wie soll der bis­he­ri­ge Ist-Zustand des Unter­neh­mens in der Zukunft wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den?
  • Wer kann die Due Dili­gence durch­füh­ren?
  • Wie kann ich den Kauf­preis finan­zie­ren?
  • Wel­che För­der­mit­tel kön­nen ein­ge­setzt wer­den?
  • usw.

Unternehmensbewertung durchführen

Um die Unter­neh­mens­be­wer­tung durch­füh­ren zu kön­nen, müs­sen Sie vie­le Aspek­te des Unter­neh­mens über­prü­fen. Eini­ge davon sind aus­zugs­wei­se nach­ste­hend ange­führt:

  • Absatz­markt: Wel­chen Markt­an­teil hat das Unter­neh­men? Eine Ana­ly­se des Kun­den­stamms ist uner­läss­lich. Wie vie­le Kun­den hat der Betrieb? Wie vie­le davon sind Stamm­kun­den? Wie vie­le sind Neu­kun­den?
  • Wett­be­werbs­fä­hig­keit: Wor­in bestehen die Allein­stel­lungs­merk­ma­le des Unter­neh­mens? Wie hat es sich in den letz­ten Jah­ren im Wett­be­wer­ber­um­feld ent­wi­ckelt? Ist das Unter­neh­men auf neue Ent­wick­lun­gen der Bran­che vor­be­rei­tet?
  • Finan­zi­el­le Situa­ti­on: Wie war die Ertrags­la­ge in den letz­ten drei Jah­ren? Rei­chen die Erträ­ge für not­wen­di­ge Inves­ti­tio­nen aus? Wie läßt sich die Ertrags­kraft stei­gern? Wie steht es um die Liqui­di­tät des Unter­neh­mens bestellt?
  • Per­so­nal: Wie vie­le Mit­ar­bei­ter wer­den beschäf­tigt? Wel­che Funk­ti­on haben die Mit­ar­bei­ter? Wie ist die Alters­struk­tur? Ent­spre­chen Qua­li­fi­ka­ti­on und Anzahl der Mit­ar­bei­ter den Anfor­de­run­gen? Wel­che Sozi­al­leis­tun­gen und sons­ti­gen Ver­gü­tun­gen wer­den gewährt? Gibt es Pen­si­ons­zu­sa­gen?

Die Exis­tenz­grün­dung in Form einer Unter­neh­mens­nach­fol­ge stellt ganz beson­de­re Anfor­de­run­gen an den Grün­der. Holen Sie sich bei den unter­schied­li­chen Detail­fra­gen die Unter­stüt­zung von Fach­be­ra­tern.
Die Bera­tungs­kos­ten bei Unter­neh­mens­käu­fen kön­nen übri­gens in vie­len Fäl­len mit staat­li­chen Zuschüs­sen geför­dert wer­den.

Broschüre “Unternehmensnachfolge — Die optimale Planung”

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie (BMWi) bie­tet eine mehr als 100seitige Bro­schü­re zur Unter­neh­mens­nach­fol­ge an. Die­se Bro­schü­re ist bei der opti­ma­len Pla­nung für Unter­neh­mer und Nach­fol­ger glei­cher­ma­ßen inter­es­sant.

Broschüre Unernehmensnachfolge
Sie kön­nen die­se Infor­ma­ti­ons­bro­schü­re auch direkt beim BMWi her­un­ter­la­den.

Die sieben Todsünden der Unternehmensnachfolge:

  1. Schlecht vor­be­rei­ten: Der Über­ge­ber ver­säumt den Auf­bau und die Pfle­ge von Beschäf­ti­gun­gen oder Hob­bys. Ein Leben ohne den Betrieb erscheint dann sinn­los.
  2. Zu lan­ge hin­aus­zö­gern: Die Nach­fol­ge wird zu lan­ge hin­aus­ge­zö­gert. Der Nach­fol­ger muss dann ohne aus­rei­chen­de Ein­ar­bei­tung über­neh­men.
  3. Fal­sche Hoff­nun­gen wecken:  Der Nach­fol­ger soll einen Betrieb über­neh­men, der für den Markt nichts Inter­es­san­tes mehr bie­tet.
  4. Feh­len­de Kom­pe­tenz­zu­wei­sung: Der Nach­fol­ger arbei­tet bereits in der Fir­ma mit, bekommt aber kei­ne kla­re Kom­pe­tenz­zu­tei­lung und Ent­schei­dungs­be­fug­nis.
  5. Finan­zi­el­le Über­for­de­rung: Die bei­der­sei­ti­gen finan­zi­el­len Erwar­tun­gen kön­nen nicht erfüllt wer­den. Bei­spiels­wei­se kann der erwar­te­te Kauf­preis vom Nach­fol­ger gar nicht erwirt­schaf­tet wer­den.
  6. Feh­len­de Kom­mu­ni­ka­ti­on: Gera­de bei Über­ga­ben inner­halb der Fami­lie bleibt vie­les unaus­ge­spro­chen. Der Über­ge­ber denkt, sei­ne Leis­tun­gen wer­den nicht aner­kannt. Der Über­neh­mer glaubt, der Über­ge­ber traut ihm die Füh­rung nicht zu und ist des­halb frus­triert.
  7. Nicht los­las­sen: Der Über­ge­ber zieht sich nicht zurück. Er redet dem Nach­fol­ger rein und weiß immer alles bes­ser.

Winfried Eitel

Betriebswirtschaftliche Beratung und Dienstleistung bei amortisat' e.K.
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