Hemmnisse im Gründungsprozess: Gründer und verhinderte Gründer

zuletzt aktualisiert am 19. August 2015 von Winfried Eitel

Der erfolg­rei­che Abschluss der Grün­dung hängt wesent­lich davon ab, ob der Grün­dungs­wil­li­ge in der Lage ist, die auf­tre­ten­den Schwie­rig­kei­ten und Pro­ble­me zu bewäl­ti­gen.

Sowohl bei Grün­dern als auch bei ver­hin­der­ten Grün­dern spie­len die fol­gen­den drei (von zehn unter­such­ten) Grün­dungs­hemm­nis­se die größ­te Rol­le:

  1. Risi­ko: Schei­tern ist in unse­rer Kul­tur immer noch ein Stig­ma. Um die­sem Risi­ko des sozia­len Abstiegs ent­ge­gen­zu­wir­ken, wird auf die Grün­dung ver­zich­tet.
  2. Akqui­se: Die Auf­trags­ak­qui­se und der Auf­bau von Kun­den­be­zie­hun­gen ist ein häu­fi­ges Pro­blem für Jung­un­ter­neh­mer. Eine Markt­ana­ly­se mit einer rea­lis­ti­schen Ein­schät­zung der Wett­be­werbs­si­tua­ti­on und der mög­li­chen Nach­fra­ge soll­ten mög­lichst im Vor­feld der Grün­dung erfol­gen.
  3. Finan­zie­rung: Beson­ders schwie­rig ist die Situa­ti­on für Arbeits­lo­se, Grün­der mit nied­ri­gem Bil­dungs­ab­schluss oder Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Auch Jün­ge­re und Grün­der mit “Not­mo­tiv” haben eben­falls Pro­ble­me, eine Finan­zie­rung zu erhal­ten. Die­se kön­nen meist nur über För­der­pro­gram­me — wenn über­haupt — eine Finan­zie­rung erhal­ten und wie geplant in die Selbst­stän­dig­keit gehen..

Für die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung ist die mög­li­che Selbst­stän­dig­keit kei­ne Opti­on. Nur jähr­lich rund 3 % der Bevöl­ke­rung haben in den Jah­ren 2008 — 2011 über­haupt eine Grün­dungs­pla­nung abge­schlos­sen. Von die­sen hat dann noch rund die Hälf­te die eige­nen Grün­dungs­plä­ne ver­wor­fen.

Hemmnisse im Gründungsprozess

Die voll­stän­di­ge Auf­stel­lung der häu­figs­ten Grün­dungs­hemm­nis­se ist in die­ser Rang­fol­ge:

Gründer

  1. Auf­trags­ak­qui­se / Kun­den­kon­takt schwie­rig
  2. Sozia­les Risi­ko bei Schei­tern
  3. Finan­zi­el­les Risi­ko
  4. Unzu­rei­chen­de kauf­män­ni­sche Kennt­nis­se
  5. Bes­se­re Kar­rie­re­al­ter­na­ti­ven in abh. Besch.
  6. Finan­zie­rungs­schwie­rig­kei­ten
  7. Unzu­rei­chen­de fach­li­che Kennt­nis­se
  8. Unge­eig­ne­te Mit­ar­bei­ter
  9. Unge­eig­ne­te Team­part­ner
  10. Feh­len­de Lie­fe­ran­ten

Quel­le: KfW-Gründungsmonitor 2008–2011.

Die “ver­hin­der­ten Grün­dern” nen­nen die glei­chen Schwie­rig­kei­ten, jedoch in ande­rer Gewich­tung:

Verhinderte Gründer

  1. Finan­zi­el­les Risi­ko
  2. Sozia­les Risi­ko bei Schei­tern
  3. Finan­zie­rungs­schwie­rig­kei­ten
  4. Bes­se­re Kar­rie­re­al­ter­na­ti­ven in abh. Beschäf­ti­gung
  5. Unzu­rei­chen­de kauf­män­ni­sche Kennt­nis­se
  6. Auf­trags­ak­qui­se / Kun­den­kon­takt schwie­rig
  7. Unge­eig­ne­te Team­part­ner
  8. Unzu­rei­chen­de fach­li­che Kennt­nis­se
  9. Unge­eig­ne­te Mit­ar­bei­ter
  10. Feh­len­de Lie­fe­ran­ten

Quel­le: KfW-Gründungsmonitor 2008–2011.

Absatzschwierigkeiten: Markterschließung als Hauptaufgabe für Existenzgründer

Wie aus frü­he­ren Stu­di­en bekannt, bil­den Absatz­schwie­rig­kei­ten einen wesent­li­chen Grund dafür, dass jun­ge Unter­neh­men aus dem Markt aus­schei­den. Die Markt­er­schlie­ßung ist also eine Haupt­auf­ga­be für die Grün­der. Zugleich über­schät­zen Per­so­nen beim Ein­tritt in einen bestehen­den Markt, bei der Ein­füh­rung neu­er Pro­duk­te und bei der Grün­dungs­ent­schei­dung ten­den­zi­ell ihre eige­nen Fähig­kei­ten im Ver­gleich zu ande­ren. Erst nach der Grün­dung schei­nen die Pro­ble­me bei der Bewäh­rung am Markt wahr­ge­nom­men zu wer­den.

Förderangebote nutzen

Grün­dungs­wil­li­ge soll­ten sich mög­lichst sach­kun­dig bera­ten las­sen, damit die Risi­ken und Schwie­rig­kei­ten der eige­nen Grün­dung trans­pa­rent wer­den bzw. gemein­sam mit einem erfah­re­nen Part­ner aus­ge­räumt wer­den kön­nen. Fol­gen­de Vor­ge­hens­wei­se emp­fiehlt sich hier­bei:

Die voll­stän­di­ge Stu­die kön­nen Sie hier nach­le­sen:

Down­load (PDF, 513KB)

Winfried Eitel

Betriebswirtschaftliche Beratung und Dienstleistung bei amortisat' e.K.
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