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Checkliste SEPA: Wissen Sie Bescheid?

zuletzt aktualisiert am 28. Februar 2016 von Winfried Eitel

Finanzierungsengpass durch Basel III

Die Umstel­lung des euro­päi­schen Zah­lungs­ver­kehrs stellt vor allem Unter­neh­men vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen. Wie gut sind Sie vor­be­rei­tet? Wis­sen Sie Bescheid, was auf Sie zukommt? Es ändert sich weit mehr als nur die Kon­to­num­mer.

Was bedeuten die vier Buchstaben SEPA?

SEPA steht für Sin­gle Euro­pean Payments Area – sprich, den gemein­sa­men euro­päi­schen Zah­lungs­raum. Ziel ist der ein­heit­li­che Zah­lungs­ver­kehr in die­ser Gemein­schaft.

In 31 euro­päi­schen Län­dern funk­tio­nie­ren der­zeit  SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften. Die Kon­di­tio­nen, Lauf­zei­ten und Kos­ten ent­spre­chen dem inlän­di­schen Zah­lungs­ver­kehr. Im Unter­schied zu den bis­he­ri­gen natio­na­len Zah­lungs­ver­fah­ren wird bei SEPA nicht zwi­schen Inlands- und Aus­lands­über­wei­sung unter­schie­den. Dazu ist es erfor­der­lich, dass anstel­le der gewohn­ten Bank­leit­zahl und Kon­to­num­mer künf­tig die IBAN (Inter­na­tio­nal Bank Account Num­ber) und BIC (Bank Iden­ti­fier Code) ver­wen­det wer­den. Zur ein­deu­ti­gen Iden­tif­kat­i­on der Zah­lungs­emp­fän­ger im gesam­ten SEPA sind die­se deut­lich län­ger und kön­nen neben Zah­len auch Buch­sta­ben ent­hal­ten.

Wissen Sie, ab wann SEPA für Ihr Unternehmen ein Thema wird?

Zum 1. Febru­ar 2014 wird SEPA für Unter­neh­men die natio­na­len Zah­lungs­ver­fah­ren in den ange­schlos­se­nen Län­dern erset­zen. (Für pri­va­te Kun­den gibt es eine ver­län­ger­te Umstel­lungs­frist bis 2016.) Dann wird die bis­her frei­wil­lig mög­li­che Nut­zung zur Pflicht. Das betrifft sowohl Auslands- als auch Inlands­zah­lun­gen. Somit gilt SEPA aus­nahms­los für jedes Unter­neh­men – unab­hän­gig davon, ob über­haupt Geschäf­te im Aus­land gemacht wer­den. SEPA soll­te des­halb bereits heu­te für jedes Unter­neh­men ein The­ma sein, denn die erfor­der­li­che Anpas­sung der Geschäfts­pro­zes­se kann mög­li­cher­wei­se 6–9 Mona­te dau­ern.

Kennen Sie die durch SEPA geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen?

Mit SEPA ver­än­dern sich die Spiel­re­geln beim Zah­lungs­ver­kehr. Bei Über­wei­sun­gen ver­glei­chen die Ban­ken nicht mehr Emp­fän­ger und Kon­to­num­mer, wodurch das Feh­ler­ri­si­ko der Nut­zer steigt. Und künf­tig wird es zwei Last­schrift­ver­fah­ren geben – je eines für B2C- und B2B-Geschäfte. Dabei ändern sich auch die Vor­la­ge­fris­ten und Lauf­zei­ten. Hin­zu kommt eine Infor­ma­ti­ons­pflicht gegen­über dem Zah­lungs­leis­ten­den. Nach aktu­el­ler Rechts­la­ge sind Ein­zugs­er­mäch­ti­gun­gen für das SEPA-Zahlungsverfahren zu erneu­ern.

Welche Änderungen ergeben sich durch SEPA für Ihr Geschäft?

Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen ohne Aus­lands­be­zug sind geneigt, SEPA aus­schließ­lich als Kos­ten­fak­tor zu betrach­ten. In der Tat tref­fen die ange­führ­ten Vor­tei­le vor allem Unter­neh­men mit Aus­lands­ge­schäft. Die­se kön­nen mittel- und lang­fris­tig fol­gen­de Vor­tei­le erzie­len:

  • Im Aus­lands­ver­kehr sin­ken die Trans­ak­ti­ons­kos­ten
  • Ein­heit­li­che For­mu­la­re ver­ein­fa­chen Geschäfts­pro­zes­se
  • Kur­ze Lauf­zei­ten ver­bes­sern die Liqui­di­tät
  • Die Zahl der Bank­kon­ten lässt sich redu­zie­ren
  • Ein­heit­li­che Ver­fah­ren erleich­tern es, neue Märk­te zu erschlie­ßen.

Den­noch müs­sen alle Unter­neh­men ihre inter­nen Abläu­fe an die neu­en Regeln anpas­sen.

Wie müssen Sie Ihr Unternehmen organisatorisch auf SEPA vorbereiten?

SEPA ver­än­dert bestehen­de Geschäfts­pro­zes­se. Ein gutes Bei­spiel ist das Last­schrift­ver­fah­ren. Die­ses bleibt zwar in sei­ner Aus­rich­tung gleich, unter­schei­det sich in den Details jedoch erheb­lich vom her­kömm­li­chen deut­schen Ver­fah­ren. Das betrifft bei­spiels­wei­se die Fris­ten, Anzeige- und Infor­ma­ti­ons­pflich­ten. Um am SEPA-Zahlungsverfahren teil­zu­neh­men, müs­sen die inter­na­tio­na­len Kon­ten­da­ten aller Geschäfts­part­ner vor­lie­gen.

Zusätz­lich muss jeder Last­schrift­ein­rei­cher (Zah­lungs­emp­fän­ger) eine indi­vi­du­el­le Ken­nung zur Iden­ti­fi­zie­rung, die soge­nann­te Gläubiger-Identifikationsnummer (CI, Credi­tor Iden­ti­fier) besit­zen. Die Gläubiger-Identifikationsnummer ist in Deutsch­land 18 Stel­len lang und wird von der Deut­schen Bun­des­bank ver­ge­ben. Auch für natio­na­le Last­schrif­ten ist die­se Num­mer zwin­gend not­wen­dig.

Kennen Sie den Umstellungsaufwand für Ihre EDV?

Lei­der lässt sich die­se Fra­ge nicht pau­schal beant­wor­ten. Der Auf­wand hängt sehr stark vom jewei­li­gen Unter­neh­men ab. Für Betrie­be, die mit einer moder­nen Unter­neh­mens­soft­ware arbei­ten wird sich der Umstel­lungs­auf­wand der IT wohl in Gren­zen hal­ten und dürf­te durch bestehen­de War­tungs­ver­trä­ge abge­deckt sein.

Bei Individual-Software-Lösungen müs­sen die ver­schie­de­nen Objek­te hin­ge­gen manu­ell ange­passt wer­den, wodurch die Kos­ten stei­gen. Hin­zu kommt, dass beim SEPA-Zahlungsverfahren wesent­lich mehr Infor­ma­tio­nen über­tra­gen wer­den, was den Performance-Bedarf der Sys­te­me erhöht. Das gute, alte DTAUS-Format wird durch ein XML-Format abge­löst.

Das neue SEPA-Datenformat basiert auf dem ISO Stan­dard 20022. Es wur­de für den Interbanken-Zahlungsverkehr ver­pflich­tend ein­ge­führt. Für den Aus­tausch zwi­schen Kun­de und Kre­dit­in­sti­tut wird das neue XML-basierte For­mat emp­foh­len. Es besteht jedoch kei­ne Ver­pflich­tung. In der Pra­xis gibt es also in Euro­pa vor­erst kein ein­heit­li­ches Daten­for­mat für Kun­den­auf­trä­ge.

Den­noch bie­tet SEPA IT-Verantwortlichen die Chan­ce, ohne­hin erfor­der­li­che Moder­ni­sie­run­gen in ihren Unter­neh­men durch­zu­set­zen.

Winfried Eitel

Betriebswirtschaftliche Beratung und Dienstleistung bei amortisat' e.K.
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